Stromtarife mit Smart Meter – Infos zum Rollout und aktuellen Angeboten

Smart Meter werden seit Januar 2020 bei einigen Stromverbrauchern verpflichtend eingebaut. Nach und nach sollen die intelligenten Stromzähler flächendeckend zum Einsatz kommen. Natürlich können Verbraucher aber die Sache auch selbst in die Hand nehmen und Stromtarife mit Smart Meter wählen. Welche Möglichkeiten es hier gibt und grundlegende Infos zu intelligenten Messsystemen haben wir auf dieser Seite zusammengefasst.

Smart Meter & GatewayErst die Kombination aus digitalem Zähler und Gateway bilden einen Smart Meter. Beim Messsystem von EHM ist das Gateway vorne als kleinere Box integriert. © EMH metering GmbH & Co. KG

Smart Meter: System mit mehreren Komponenten

Zunächst erst einmal zum Begriff "Smart Meter". Informationen zum Stromverbrauch können über das Stromnetz, via Funk oder über das Internet gesendet werden. Ein intelligenter Stromzähler allein kann das aber nicht. Dafür wird eine technische Schnittstelle für die Kommunikation benötigt – ein sogenanntes Smart-Meter-Gateway. Beide Komponenten zusammen bilden ein intelligentes Messsystem, das dann Smart Meter genannt wird. Die Daten zum Stromverbrauch werden regelmäßig an den zuständigen Messstellenbetreiber gesendet. Als Stromkunde hat man in der Regel über ein Onlinekonto via Computer oder Smartphone-App Zugriff auf die Daten zum Stromverbrauch. Einige Systeme bringen auch eine Steuereinheit inklusive Display mit sich.

Smart Meter sind auch ohne Gateway verfügbar. Dann handelt es sich aber einen digitalen Stromzähler, der keine Daten in jedwede Richtung übermittelt. Ein digitaler Zähler bietet auch bereits Vorteile gegenüber den alten Ferraris-Zählern: Oftmals sind Informationen verfügbar, die über den aktuellen Zählerstand hinausgehen (Verbrauch der letzten Monate etc.).

Aktuelle Smart-Meter-News
  • Stromzähler

    Streit um Funkfrequenz: Die nächste Hürde für smarte Stromzähler?

    Die verpflichtende Verbreitung intelligenter Stromzähler hat sich enorm verzögert. Hintergrund dafür waren die Sicherheitsvorschriften für die zugehörigen Kommunikationseinheiten. Seit Februar läuft der von der Regierung geplante Rollout und schon kündigen sich die nächsten Probleme an.

  • Stromzähler

    Wemag und Mitnetz starten mit dem Einbau intelligenter Messsysteme

    Intelligente Messsysteme müssen unter anderem bei Stromkunden mit höherem Stromverbrauch verpflichtend installiert werden. Mitnetz Strom und auch die Wemag Netz GmbH beginnen mit dem Rollout. Die beiden Firmen betreiben Stromnetze im Norden und Osten Deutschlands.

  • Stromkosten

    SH Netz beginnt mit dem Einbau smarter Messsysteme

    Der Einbau intelligenter Messsysteme ist unter anderem für Stromkunden mit einem Verbrauch über 6.000 Kilowattstunden pro Jahr verpflichtend. Netzbetreiber Schleswig-Holstein Netz hat angekündigt, seine Kunden ab sofort mit den Geräten auszustatten.

Smart-Meter-Rollout: Wer wird verpflichtend ausgestattet?

Ende Januar 2020 ist der Startschuss für den verpflichtenden Einbau von Smart Metern in Deutschland gefallen. Das betrifft zunächst aber erst einmal nur bestimmte Haushalte. Dazu gehören:

  • Stromkunden mit einem Verbrauch ab 6.000 kWh pro Jahr
  • Betreiber von Solaranlagen, Blockkraftheizwerken und Co. (ab 7kW Leistung)
  • Nutzer von Nachspeicherheizungen und Wärmepumpen, die ein verringertes Netzentgelt zahlen

Digitale Stromzähler – also Einheiten ohne Gateway – sollen hingegen bis 2032 bei allen Haushalten eingebaut werden. Messstellenbetreiber können 2020 aber auch entscheiden, ob auch Smart Meter verbaut werden sollen. Ab 2021 dürfen auch die Vermieter festlegen, ob Smart Meter in Wohnung und Häusern installiert werden. Daneben können Stromkunden auch freiwillig intelligente Messsysteme einbauen lassen und sich selbst einen Messstellenbetreiber aussuchen.

Stromtarife mit Smart Meter

Eine zunehmende Anzahl von Energieanbietern nehmen auch Stromtarife mit Smart Meter in ihr Portfolio auf. Noch sind die Angebote bei regulären Stromtarifen rar, beispielsweise bietet Eprimo den Tarif eprimo.Klar auf seiner Webseite an. Die Angebote sind teurer als ein regulärer Stromtarif, können aber insbesondere Betreibern einer Solaranlage, einer Wärmepumpe oder E-Autofahrern große Ersparnisse bringen. Vor allem gilt das, sobald flexible Stromtarife verfügbar werden, also solche, bei denen sich der Preis an der Stromproduktion und der Auslastung der Netze orientiert, zum Angebot gehören. Ob sich der Umstieg lohnt, muss aktuell somit individuell berechnet werden.

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Autostrom mit Smart Meter von Polarstern

Polarstern

Bei Polarstern ist bei jedem Elektromobilitätstarif ein Smart Meter kostenlos enthalten.

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Smart Meter für EnbW-Firmenkunden

EnBW  Energie Baden-Württemberg

EnbW bietet Unternehmen einen Komplettservice und Messkonzepte für Mieterstrommodelle an.

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Tarife für Smart Meter und Wärmepumpen

NEW AG

Bei New Energie gibt es Smart-Meter-Tarife für Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen.

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Smart Meter kaufen

Intelligente Stromzähler können auch über den Messtellenbetreiber erworben werden. Es geht dabei allerdings um Mietverträge, die Geräte werden weiter vom jeweiligen Anbieter betrieben. Vom Netzbetreiber unabhängige Messtellenbetreiber sind noch rar gesät, ein Beispiel ist die Firma Discovergy. Den Stromtarif wählt man entsprechend frei dazu.

Egal ob Stromtarif mit Smart Meter oder beim Eigenkauf: Verbraucher sollten unbedingt sämtliche Kosten prüfen. Dazu gehören die Gebühren für den Einbau, für das Gerät selbst, Wartung und den Betrieb.

Strompreise vergleichen

Den Messtellenbetreiber dürfen Stromkunden frei wählen

Zu einem Stromtarif mit Smart Meter gehört immer ein Messerstellenbetreiber dazu. Beim grundzuständigen Messbetreiber handelt es sich in der Regel um den Netzbetreiber, der wiederum sehr häufig der örtlich Grundversorger ist. Der Netzbetreiber wiederum kann den Dienst aber auch an eine andere Firma abgeben. Grundsätzlich haben Stromabnehmer hier aber die freie Wahl und können wechseln. Wer sich selbst den Messstellenbetreiber aussucht, ist aber nicht durch die gesetzlichen Preisobergrenzen geschützt. Die liegen für den Einbau und Betrieb eines digitalen Zählers bei 20 Euro im Jahr. Kommt ein Gateway hinzu, liegen die jährlichen Kosten je Verbrauch zwischen 23 bis 60 Euro.

Egal ob Smart Meter oder digitaler Stromzähler: Messstellenbetreiber müssen betroffene Haushalte mindestens drei Monate vorher informieren. Stromkunden müssen den Einbau dulden, können sich aber einen anderen Messstellenbetreiber suchen.

Zählerstand

So wählen Sie Ihren Messstellenbetreiber

Als Stromverbraucher kann man den Messstellenbetreiber frei wählen. Das ist besonders für Interessenten von Smart Metern eine wichtige Informationen.

Tipps zum Messstellenbetreiber-Wechsel
Smart Home

Die Vorteile von Smart Home & Solaranlagen

Eine Steuerung des Stromverbrauchs bei Solaranlagen über Smart Home kann den Eigenverbrauch deutlich erhöhen und bietet damit einige Vorteile.

Mehr Informationen zur Eigenverbrauchssteigerung
Strompreise

Gründe, wieso der Stromverbrauch gestiegen ist

Hier erfahren Sie, was Sie tun können, wenn Ihr Stromverbrauch ohne eine offensichtliche Ursache wie neue Geräte im Haushalt stark gestiegen ist.

Hier mehr zum erhöhten Stromverbrauch erfahren

Vorteile intelligenter Messsysteme

Auf den Punkt gebracht liegt der größte Vorteil von intelligenten Messsysteme in der Transparenz. Für den Verbraucher bedeutet das, den eigenen Stromverbrauch viel detaillierte als bisher im Blick behalten zu können. Dadurch soll es deutlich leichter werden, den Stromverbrauch zu senken. Da die Daten automatisch übermittelt werden, entfällt beim Stromtarif mit Smart Meter die jährliche Ablesung.

Wer selbst Strom erzeugt, beispielsweise über eine Photovoltaikanlage, kann den Eigenverbrauch deutlich besser regulieren und so in vielen Fällen steigern. Sehr moderne Systeme erkennen sogar selbst, zu welchem Zeitpunkt viel Energie erzeugt wird und schalten entsprechend die Waschmaschine ein oder laden das Elektroauto auf.

Im übergeordneten Sinne können die Messeinrichtung helfen, den Stromverbrauch in Deutschland insgesamt zu senken und somit dazu beitragen, die Klimaziele der Bundesregierung zu unterstützen. Letztendlich können Smart Meter bei Stromerzeugern auch dabei helfen, die schwankenden Mengen an Ökostrom insgesamt besser zu verteilen und das Stromnetz stabil zu halten.

Sicherheitszertifikate: Smart-Meter-Rollout verschob sich um Jahre

Der Rollout von intelligenten Stromzählern hatte sich über Jahre hinweg verzögert, der Pflichteinbau war bereits 2016 beschlossen worden. Hintergrund dafür waren die Sicherheitsbestimmungen für die Gateways, die Kommunikationseinheiten zwischen den Smart Metern, den intelligenten Geräten im Haushalt und den Energieerzeugern. Für den Start des Verpflichtenden Einbaus in Deutschland mussten zunächst die Gateways von drei unterschiedlichen Unternehmen vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifiziert werden (Geräte von der OPENLiMiT SignCubes AG, Sagemcom Dr. Neuhaus GmbH und EMH Metering GmbH & Co. KG waren die ersten).

Kritiker sehen in den Smart Metern einen weiteren Schritt zum "gläsernen Verbraucher" und warnen davor, dass sich Kriminelle an den Daten zu schaffen machen könnten. Das BSI hingegen will durch die Prüfungen und Zertifizierungen für den Schutz der Privatsphäre sorgen.