Netzausbau

Zweite große Stromtrasse bringt Ökostrom nach Bayern

Eine neue große Stromtrasse wurde gerade frisch in Betrieb genommen. Die Südwest-Kuppelleitung, auch Thüringer Strombrücke genannt, verbindet Nordostdeutschland und Bayern und soll den Ökostrom aus dem Norden in den Süden bringen.

Stromnetz Ausbau15 Jahre dauerte die Planung der Stromtrasse Südwest-Kuppelleitung.© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin - Nach 15 Jahren Planung und Bau verbindet seit Donnerstag eine zweite Höchstspannungsleitung Nordostdeutschland und Bayern. Die sogenannte Südwest-Kuppelleitung soll die Energiewende voranbringen, indem sie den Transport von Windstrom von Nord nach Süd erleichtert. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) gab in Berlin das Schaltkommando, mit dem die 200 Kilometer lange Stromtrasse in Betrieb genommen wurde: "Damit hat München unseren erneuerbaren Strom." Der Regierungschef betonte: "Energiewende heißt auch: Investitionen und Eingriffe in die Natur."

Trasse verläuft auch durch den Thüringer Wald

Die auch Thüringer Strombrücke genannte Trasse mit 400 Masten überquert auch den Thüringer Wald, der genaue Verlauf zwischen Bad Lauchstädt bei Halle und dem oberfränkischen Redwitz war jahrelang umstritten. Der Netzbetreiber 50Hertz sicherte zu, bei den anstehenden Ausbauprojekten die Öffentlichkeit früher zu beteiligen. "Wir brauchen den Netzausbau", sagte Vorstandschef Boris Schucht.

Neue Stromleitung soll auch Kosten minimieren

Die Leitung war seit 2008 in mehreren Abschnitten in Betrieb gegangen und wird nun komplett mit zwei Stromkreisen genutzt. Sie kann nach Betreiberangaben 5.000 Megawatt transportieren, was der Leistung mehrerer Atomkraftwerke entspricht. Die Leitung soll Engpässe beim Stromtransport verhindern und so Kosten dämpfen. Bislang waren der Nordosten und Bayern nur über eine Höchstspannungsleitung von Remptendorf in Thüringen und Redwitz verbunden.

Quelle: DPA