Förderung

Zweite Ausschreibungsrunde: Windenergie wird günstiger

Windenergie wird kostengünstiger, teilt die Bundesnetzagentur mit. Seit Beginn des Jahres wird die Förderung per Ausschreibung vergeben, eben genau um die Kosten der EEG-Umlage zu senken. Kritik an dem neuen System gibt es trotzdem.

15.08.2017, 15:25 Uhr (Quelle: DPA)
windradUmgehen Windenergie-Firmen mit Strohmännern die Gesetze?© elxeneize/ Fotolia.com

Bonn - Windenergie aus Anlagen im Landesinneren wird nach dem Systemwechsel von Festpreisvergütung hin zu Ausschreibungen weiter günstiger. Die Ausschreibungen waren zu Jahresbeginn mit einer Gesetzesänderung eingeführt worden, um die explodierenden Kosten der EEG-Umlage einzudämmen. In der zweiten Ausschreibungsrunde sei die Vergütung für die Betreiber nun um mehr als einen Cent pro Kilowattstunde auf durchschnittlich 4,28 Cent gefallen, teilte die Bundesnetzagentur am Dienstag mit. 67 Bewerber hätten Zuschläge für neue Anlagen mit einem Gesamtvolumen von gut 1.000 Megawatt bekommen. Räumlich liegt der Schwerpunkt in Ostdeutschland. Netzagenturchef Jochen Homann lobte den intensiven Wettbewerb in der Ausschreibung: Beworben hatten sich mehr als 281 Bieter.

Bürgergesellschaften werden bevorzugt

Bürgergesellschaften von lokalen Privatleuten werden in den Ausschreibungen bevorzugt, um sie verstärkt an der Energiewende zu beteiligen. Sie bekommen beispielsweise wesentlich länger Zeit (54 statt 30 Monate) für die Umsetzung der Projekte. 95 Prozent des Zuschlagsvolumens entfalle auf solche Bürgergesellschaften mit vielen lokal verankerten Teilhabern, heißt es in der Mitteilung.

Kritik an dem Ausschreibungsverfahren

Allerdings gibt es in der Branche Kritik, dass Stromkonzerne Bürger als Strohmänner vorschickten und damit das Gesetz umgingen. Ein Netzagentursprecher wollte sich dazu nicht äußern. Kritisiert wird außerdem, dass mangels geeigneter Flächen Länder wie Bayern, Baden-Württemberg und NRW kaum mit neuen Windanlagen bedacht werden.