Solarstrom

Zahl der Stromspeicher wächst stark

Stromspeicher für Photovoltaikanlagen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. 2019 hat die Zahl der Sonnenbatterien einer Auswertung zufolge im Vergleich zum Jahr davor erheblich zugenommen. Das liegt unter anderem an der gesunkenen Einspeisevergütung.

Diana Schellhas, 06.04.2020, 18:14 Uhr (Quelle: DPA)
Photovoltaik© Smileus / Fotolia.com

Strom vom Dach in der eigenen Batterie speichern und damit abends kochen und die Wohnung beleuchten: Eine wachsende Zahl von Haushalten macht sich so zumindest teilweise vom Stromversorger unabhängig. Einer am Montag veröffentlichten Untersuchung des Forschungszentrums Jülich und der RWTH Aachen zufolge ist die Zahl der privaten Stromspeicher in Deutschland in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen.

180.000 Haushalte besitzen einen Stromspeicher

Ende 2019 gab es demnach etwa 180.000 solcher stationären Speicher, rund 55.000 mehr als ein Jahr zuvor. Zusammen hatten sie eine Speicherkapazität von rund 1.400 Megawattstunden. Zum Vergleich: Ein mittelgroßes Pumpspeicherkraftwerk hat eine Speicherkapazität von 1.000 Megawattstunden. Pumpspeicherkraftwerke nehmen in nachfrageschwachen Zeiten ein Überangebot im Stromnetz auf und geben die Energie bei Spitzenlast wieder ins Netz ab.

Niedrige Einspeisevergütung: Eigenverbrauch lohnt sich

Die Zahl der privaten Stromspeicher nehme beständig zu, seit die Einspeisevergütung im Jahr 2012 unter den Verbraucherpreis gefallen sei, schreiben die Forscher. So hätten Privatleute 2018 durchschnittlich 11 Cent je Kilowattstunde gutgeschrieben bekommen, die von ihrer Photovoltaikanlage ins öffentliche Netz einspeist wurde. Um die gleiche Menge als Verbraucher aus dem Netz zu beziehen, mussten sie dagegen im Schnitt an die 30 Cent zahlen. "Prinzipiell ist es daher erst einmal günstig, den Eigenverbrauch so hoch wie möglich zu halten", betonen die Autoren der Studie.

Weitere Gründe für den Kauf von Stromspeichern

Die aktuelle Preisdifferenz allein reiche aber nicht aus, um den Zuwachs bei den stationären Energiespeichern zu erklären. Für die Anschaffung spielten auch andere Gründe eine Rolle, wie die Erwartung weiter "steigender Strompreise und der Wille, einen eigenen Beitrag zum Gelingen der Energiewende zu leisten", betonte Jan Figgener von der RWTH Aachen.

Zu rund 90 Prozent seien die Batteriespeicher direkt zusammen mit einer neuen Photovoltaik-Anlage installiert worden. Die allermeisten Solaranlagen sind aber nicht mit einem Speicher verbunden. Nach Zahlen des Bundesverband Solarwirtschaft gab es Ende 2019 bundesweit rund 1,8 Millionen Photovoltaik-Anlagen.