Elektromobilität

Zahl der mobilen Ladestromtarife hat sich verdreifacht

Es gibt immer mehr Ladestromtarife in Deutschland. Mittlerweile können E-Autofahrer einer Analyse zufolge unter 383 Tarifen wählen. Die Angebote unterscheiden sich demnach weiterhin stark. Das bezieht sich sowohl auf die Abrechnungsarten als auch auf die Bezahlsysteme.

Diana Schellhas, 07.04.2021, 10:24 Uhr
Elektroauto LadesäuleZwischen 2019 und 2021 hat sich laut Studie die Anzahl an Ladestromtarifen mehr als verdreifacht.© franzi12 / AdobeStock

Derzeit erlebt die Elektromobilität einen starken Wachstumsschub. Laut Kraftfahrtbundesamt erreichte der Fahrzeugbestand zum 1. Januar 2021 309.083 reine Elektroautos und 279.861 Plug-In Hybride. Analog hierzu nimmt der Umfang der öffentlichen Ladeinfrastruktur stetig zu. Im März 2021 sind bei der Bundesnetzagentur 35.076 Normal- und 5.730 öffentlich zugängliche Schnellladepunkte in Deutschland gelistet. In seiner deutschlandweiten Vollerhebung aller verfügbaren mobilen Ladestromtarife registriert das Bonner Beratungshaus EUPD Research passend dazu bereits im dritten Jahr in Folge einen starken Zuwachs an Tarifen.

Zahl der Ladestromtarife steigt auf 383

Zwischen 2019 und 2021 hat sich laut Studie die Tarifanzahl von 124 auf aktuell 383 erfasste Tarife mehr als verdreifacht. Im Jahresvergleich 2020 zu 2021 beträgt der Anstieg demnach noch immer 33 Prozent. Nach wie vor bilden die Energieversorger oder regionalen Stadtwerke die größte Anbietergruppe für mobile Ladestromtarife. Diese betreiben der Untersuchung zufolge meist eigene Ladesäulen und ermöglichen vor allem regionalen Kunden den Zugang zur öffentlichen Ladeinfrastruktur.

Die diesjährige Analyse legt außerdem einen Anstieg an Tarifen in der Gruppe der Automotives offen. Automotives wollen den Verkauf des Elektroautos direkt mit der Bereitstellung einer öffentlichen Ladeinfrastruktur kombinieren. Dies führt neben neuen Einnahmequellen der Automotives auch zu einer langfristigen Kundenbindung.

Nicht nur das Feld der Tarifanbieter ist vielfältig, sondern ebenso die Tarifgestaltung des jeweiligen Tarifangebots. Die Tarife unterscheiden sich in den Abrechnungsmodellen und Grundgebühren, dem Zugang zur Ladesäule, den Bezahlsystemen, der Ladenetzabdeckung und weiteren Aspekten.

Hintergrund: Druck auf Ladesäulenbetreiber steigt

Den EUPD-Analysten zufolge prägen verschiedene Entwicklungen die Zunahme an Ladestromtarifen. Nach Jahren des kostenlosen Ladens bestünde für Ladesäulentreiber ein zunehmender Druck zur Refinanzierung der Investitionen. Zudem führe das starke Marktwachstum an Elektroautos zu ebenso steigenden Ladeaufkommen und damit einhergehenden Ladekosten.

Die Anzahl der Tarifangebote pro Anbieter steige ebenfalls. Neben dem gesetzlich vorgeschriebenen Ad-hoc Laden umfasse das Angebot zumeist noch mindestens einen zusätzlichen Ladetarif bzw. mobilen Ladevertrag (z.B. Ladekartentarif, Vielladertarif, Gelegenheitsladertarif, Bestandskundentarif, etc.), um spezifische Nutzergruppen direkt anzusprechen. Darüber hinaus würde der Wettbewerb durch neue Tarifanbieter auf dem Markt erhöht.