Belgien

Wiederanfahren des AKW Tihange 2 verschoben

Im AKW Tihange 2 in Belgien soll wieder Strom erzeugt werden. Beim Wiederanfahren kommt es zu Verzögerungen. Der Start wurde bereits mehrfach verschoben.

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Brüssel - Der Neustart des belgischen Atommeilers Tihange 2 nahe der deutschen Grenze ist erneut verschoben worden. Die Inbetriebnahme soll nun erst nächste Woche Sonntag (7.7.) erfolgen, wie eine Sprecherin des Betreibers Engie am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

Sprecherin: Weitere Test am Reaktor geplant

Die nationale Atomaufsicht Fanc hatte für den Start bereits vor rund zwei Wochen grünes Licht gegeben. Nach früheren Engie-Angaben sollte der Reaktor bereits am Sonntag (23.06.) hochfahren, dies wurde dann jedoch mehrmals verschoben.

Als Grund nannte die Sprecherin weitere Tests, die am Reaktor durchgeführt werden müssten. Ein präzises Datum sei in dieser Phase nicht einfach zu bestimmen.

Maroder Beton entdeckt

Der Reaktor war im August 2018 für Wartungsarbeiten heruntergefahren worden. Dabei wurde maroder Beton entdeckt.

Die belgischen Atomkraftwerke sind seit Jahren umstritten. Maroder Beton und Haarrisse in den Druckbehältern sorgen immer wieder für Negativ-Schlagzeilen. Regelmäßig werden diese für Instandsetzungen abgeschaltet. Vor allem in Deutschland herrscht große Sorge über den Zustand der über 35 Jahre alten Reaktoren in Tihange, das nur 70 Kilometer von Aachen entfernt liegt.

Insgesamt gibt es sieben Atomkraftwerke in Belgien

Belgien hat sieben Atomreaktoren an zwei Standorten, Doel im Norden des Landes und Tihange im Osten nahe der deutschen Grenze. Ein großer Teil des Stroms in Belgien wird dort produziert. Im März hatte der belgische Außenminister Didier Reynders bekräftigt, dass Belgien bis 2025 aus der Atomkraft aussteigen will.

Update: Tihange 2 ist wieder am Netz

Der Atomreaktor Tihange 2 ist nach rund elf Monaten Unterbrechung wieder in Betrieb. Der Meiler sei am Mittwochmorgen (3.7.) ans Netz gegangen, teilte eine Sprecherin des Betreibers Engie am Mittwoch mit.

Quelle: DPA