Castoren-Transport

Wieder Atommüll auf dem Neckar

Zum zweiten Mal wird Atommüll per Schiff auf dem Neckar transportiert. Mit noch insgesamt fünf weiteren Transporten will Energieversorger EnBW so Castoren vom Kernkraftwerk Obrigheim nach Neckarwestheim befördern. Gegner haben bereits Proteste angekündigt.

Atommüll Lagerung© Markus Schieder / Fotolia.com

Obrigheim - Der zweite Transport von Atommüll auf einem Fluss in Deutschland ist unterwegs. Am stillgelegten Kernkraftwerk Obrigheim in Baden-Württemberg legte am Mittwochmorgen ein Spezialschiff mit drei Castoren ab, wie ein Polizeisprecher sagte. Der Transport auf dem Neckar steht unter starkem Polizeischutz.

Transport dauert mindestens neun Stunden

Die Behälter mit verbrauchten Brennelementen sind für ein Zwischenlager in Neckarwestheim bestimmt. Für die etwa 50 Kilometer lange Strecke auf dem unteren Neckar wurde mit einer Fahrzeit von mindestens neun Stunden gerechnet. Atomkraftgegner haben Proteste angekündigt und für 10.00 Uhr zu einer Mahnwache in Lauffen aufgerufen. Die Polizei bewacht den Transport unter anderem mit Booten, einem Hubschrauber und Einsatzkräften am Ufer.

Der Schubverband für den Transport der Behälter hatte bereits am Montagnachmittag an der Laderampe des Kernkraftwerks Obrigheim angelegt. Am Dienstagabend um 23.00 Uhr wurde nach Polizeiangaben mit der Beladung begonnen, die Arbeiten waren in der Nacht zum Mittwoch gegen 1.15 Uhr abgeschlossen. Sie liefen demnach planmäßig und ohne Zwischenfälle.

Insgesamt sollen fünf Transporte erfolgen

Der bundesweit erste Castor-Transport auf dem Neckar war Ende Juni erfolgt. Insgesamt plant der Energieversorger EnBW fünf Fahrten mit je drei Containern. Damit bringt das Unternehmen insgesamt 342 ausgediente Brennelemente nach Neckarwestheim. Der Transport erfolgt mit einem sogenannten Schubverband aus einem Schubleichter und einem Schubboot.

EnBW hält Transport auf dem Neckar für sicher

Der Energieversorger hält die Beförderung per Schiff neckaraufwärts für eine sichere Lösung. Er argumentiert, dass der Transport des Atommülls nach Neckarwestheim den Bau eines Zwischenlagers in Obrigheim überflüssig mache. In den Castoren befindet sich Berichten zufolge auch Plutonium. Ein Behälter wiegt beladen 107 Tonnen.

Update: Castoren-Schiff erreicht sicher sein Ziel

Das Spezialschiff erreichte am Mittwoch nach rund zehneinhalb Stunden Fahrt sein Ziel. Der sogenannte Schubverband hatte am frühen Morgen in Obrigheim abgelegt. Es wurde erwartet, dass die Container zeitnah von Bord in das Zwischenlager gebracht werden.

Entlang der Strecke protestierten einige Dutzend Aktivisten friedlich gegen den Transport. In Lauffen am Neckar versammelten sich etwa 50 Umweltschützer. Sie halten die Beförderung auf dem Wasser für riskant. Zu sehen waren Banner mit Aufschriften wie "Stopp Castor! Stopp Atomkraft!" und "Atomkraft? Nein danke". Die Polizei bewachte den Schubverband unter anderem mit Booten, einem Hubschrauber und mit Einsatzkräften am Ufer - auch auf Pferden und auf Fahrrädern. Größere Zwischenfälle blieben aus.

Quelle: DPA