Nordrhein-Westfalen

Westnetz: Stromversorgung in Teilen von NRW weiterhin unterbrochen

Die Stromversorgung konnte in den von der Unwetterkatastrophe in Nordrhein-Westfalen betroffenen Haushalten noch nicht wieder vollständig hergestellt werden. Wie der Verteilnetzbetreiber Westnetzt berichtet, läuft der Wiederaufbau auf Hochtouren.

Diana Schellhas, 27.07.2021, 16:42 Uhr
UnwetterEnergiedienstleister Westenergie rät dringend davon ab, den Strom ohne Überprüfung durch einen Fachmann selbstständig wieder anzuschalten.© Reinhard Marscha / Fotolia.com

Die Auswirkungen der Unwetterkatastrophe in Teilen von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sorgen weiterhin für Unterbrechungen in der Stromversorgung, berichtet der regionale Energiedienstleister Westenergie GmbH. Aus Sicht des Verteilnetzbetreibers sind derzeit noch die Hausanschlüsse für die Versorgung von rund 5.800 von ursprünglich 200.000 betroffenen Menschen ohne Strom.

Besonders betroffen sind demnach weiterhin Teile des Rhein-Erft-Kreises, des Kreises Euskirchen, des linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreises und des Ahrtals. Derzeit seien immer noch etwa 800 Kolleginnen und Kollegen des Unternehmens in den technischen Einheiten, Leitstellen, der Hotline und in unterstützenden Funktionen aus Schwestergesellschaften aus dem E.ON-Konzern und von Partnerunternehmen im Einsatz. Sie arbeiteten mit Hochdruck an der Wiederversorgung mit Strom.

Unterbrechung der Stromversorgung wegen beschädigter Hausinstallationen

Alle von der Unwetterkatastrophe betroffenen Umspannanlagen seien inzwischen geprüft, teilweise gereinigt und fast vollständig wieder in Betrieb genommen. Bei größeren Schäden in betreffenden Mittelspannungsnetz würde daran gearbeitet, die Stromversorgung so schnell wie möglich über Umschaltungen aus anderen Anlagen oder durch Notstromaggregate wiederherzustellen.

Dort, wo das vorgelagerte Netz wieder stabil sei, liefen die Arbeiten in den lokalen Ortsnetzen auf Hochtouren. Hier würden Schäden in den Verteilungen der Ortsnetzstationen sowie bei Kabeln, Verteilerkästen und Hausanschlüssen aufgenommen und – wenn möglich – instandgesetzt, um die Wiederversorgung auch der noch rund 5.800 betroffenen Menschen zu ermöglichen.

Westnetz sorge über die Verteilnetze für die Wiederherstellung der Stromversorgung bis zum Hausanschlusskasten. Dies ist bereits für rund 195.000 betroffene Menschen gelungen. Dennoch könne es vorkommen, dass die grundsätzlich wiederversorgten Menschen in ihren Häusern weiterhin keinen Strom haben. Das läge an Schäden in der Hausinstallation oder entfernten Sicherungen.

Kabelverteilerschränke und Hausanschlüsse müssen überprüft werden

Grundsätzlich muss für jedes Haus geprüft werden, ob Keller und Hausinstallationen frei von Wasser und einschaltbereit sind, erklärt der Energiedienstleister weiter. Aus den Kabelverteilerschränken, für die Westnetz zuständig ist, gehen die Kabel zu den Hausanschlüssen an jedem Haus. Bevor ein Kabelverteilerschrank in Betrieb genommen werden könne, müsse sicher sein, dass die Hausinstallation in jedem Haus trocken und einschaltbereit ist. Diese Prüfung sei Aufgabe von Installateurinnen und Installateuren, mit denen man nun verstärkt zusammenarbeite.

Sei die Hausinstallation noch nicht trocken, weiterhin beschädigt oder der Zustand nicht klar, entferne Westnetz die Sicherungen im Haus. Durch die Prüfung vorab oder die Herausnahme der Sicherungen würde sichergestellt, dass beim Einschalten der Stromversorgung keine Schäden in den Häusern entstehen.

Aufruf: Hausinstallation und elektrische Geräte nicht ohne Fachkräfte in Betrieb nehmen

Das Unternehmen bittet die Bewohnerinnen und Bewohner dringend, ihre Hausinstallation nicht ohne Überprüfung durch eine Elektrofachkraft wieder in Betrieb zu nehmen. Wenn Hausanschlusskästen beschädigt wurden oder noch nicht komplett getrocknet seien, bestünde Lebensgefahr durch einen elektrischen Schlag oder einen Brand. Elektrische Geräte wie Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeicher sollten nach einer Überflutung oder nach dem Kontakt mit Wasser von einer Elektrofachkraft überprüft und gegebenenfalls außer Betrieb genommen werden.