Bundesrat stimmt zu

Weg frei für neue Stromautobahn von der Nordsee nach NRW

Der Bundesrat hat dem Netzentwicklungsplan zugestimmt, der den Bau etlicher neuer Stromtrassen vorsieht. Darunter ist auch ein Trassenprojekt von Schleswig-Holstein bis nach Nordrhein-Westfalen.

12.02.2021, 16:01 Uhr (Quelle: DPA)
Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com
Der Bundesrat hat grünes Licht für eine neue Strom-Höchstspannungsleitung von der Nordsee nach Nordrhein-Westfalen gegeben. Das "Korridor B" genannte Projekt besteht aus zwei Verbindungen mit Kapazitäten von jeweils zwei Gigawatt zwischen Heide in Schleswig-Holstein und Polsum im Kreis Recklinghausen sowie zwischen Wilhelmshaven und Hamm-Uentrop. Beide Verbindungen sind im neuen Netzentwicklungsplan enthalten, dem der Bundesrat am Freitag zugestimmt hat.

Fertigstellung der Stromtrasse bis 2030

Die beiden Übertragungsnetzbetreiber Tennet und Amprion wollen die neue Trasse bis zum Jahr 2030 bauen. Diese vierte große Stromautobahn soll Windstrom aus dem Norden in die Verbrauchszentren im Westen transportieren. Der genaue Streckenverlauf muss noch festgelegt werden. Dafür hat der Bundesrat am Freitag ein Gesetz zur Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren für den Ausbau von Höchstspannungsstromleitungen gebilligt. Neue Stromtrassen in Deutschland sollen künftig schneller gebaut werden können.

Ein neuer Bundesbedarfsplan enthält unter anderem 35 neue Vorhaben - etwa den neuen Gleichstrom-Korridor von Schleswig-Holstein ins Ruhrgebiet. Durch den Bau von Tausenden Kilometern Leitung soll der vor allem im Norddeutschland produzierte Windstrom in industrielle Zentren und in den Süden der Republik kommen.

Altmaier: Strom muss über weite Strecken transportiert werden

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) erklärte, mit der Verabschiedung des Bundesbedarfsplangesetzes durch den Bundesrat, sei der Weg frei für den weiteren Ausbau des Stromübertragungsnetzes in Deutschland. "Die schrittweise Abschaltung der Kohlekraftwerke und der verbleibenden Kernkraftwerke machen es erforderlich, Strom zunehmend über weite Strecken zu transportieren." Im Bundesbedarfsplangesetz würden die Netzausbauvorhaben festgelegt, für die es vordringlichen Bedarf gebe. "Engpässe im Stromübertragungsnetz können so beseitigt werden. Damit ist der Netzausbau, ein Schlüsselelement für eine erfolgreiche Energiewende."

Für die Realisierung der neu in den Bundesbedarfsplan aufgenommenen Netzausbauvorhaben werden laut Gesetz schätzungsweise Kosten in Höhe von rund 17,3 Milliarden Euro über einen mehrjährigen Zeitraum entstehen.

Gesamtinvestitionen in den Netzausbau von bis zu 76,5 Milliarden Euro

Das geschätzte Investitionsvolumen für den gesamten Netzausbau liegt den Angaben zufolge zwischen 72 und 76,5 Milliarden Euro. In dieser Summe seien auch die Investitionen für Maßnahmen enthalten, für die bereits ein Planfeststellungsverfahren eröffnet wurde oder in Kürze eröffnet wird, die bereits planfestgestellt oder im Bau sind. Die Investitionen fielen über die Jahre verteilt an.