E-Mobilität

Wallboxen im Vergleich: Ein Modell scheitert im ADAC-Test

Der ADAC hat mehrere Wallboxen für Elektroautos in den Punkten Preis, Funktion, Sicherheit und mehr getestet. Für ein Modell fiel die Note mit 5,0 besonders schlecht aus.

04.05.2021, 13:10 Uhr
Stromtankstelle © Wellnhofer_Designs / AdobeStock

Mit dem Elektroautomarkt wächst die Nachfrage nach Wallboxen, um das Elektroauto zuhause aufladen zu können. Neben der staatlichen Förderung für die Fahrzeuge wird die Installation einer Lademöglichkeit mit 900 Euro von der KfW bezuschusst. Der ADAC hat sechs Wallboxen getestet, die nicht nur förderfähig sind, sondern sich auch in Verbindung mit einer Smartphone-App nutzen lassen.

Eine Wallbox scheiterte bei der Sicherheitsprüfung

Testkriterien waren Sicherheit, Funktion, Ausstattung, Lieferumfang und Montage sowie die Nutzung per App. Alle sechs Wallboxen laden sehr zuverlässig, Unterschiede gibt es insbesondere beim Bedienkomfort, der Ausstattung und der App-Funktionalität, erklärt der Automobilclub. Eine Wandladestation sei jedoch bei der Sicherheitsprüfung gescheitert und deswegen entsprechend abgewertet worden.

Testsieger ist nicht mehr erhältlich

Der Testsieger Kostad (Note 1,8) sei zwar eine teure Wallbox (über 1.100 Euro), aber auch umfangreich ausgestattet. Mittels der App ließe sich der Ladestrom in Echtzeit einstellen sowie der Energieverbrauch komfortabel ablesen. Kostad habe das getestete Modell TX-1000 inzwischen aus dem Programm genommen. Da es auf der Terra AC-Wallbox von ABB basiere, sollen die Ergebnisse darauf übertragbar sein.

Günstigere Wallboxen mit der Testnote "gut"

Die beiden zweit- und drittplatzierten Boxen von Vestel und Volkswagen seien kostengünstiger (knapp 800 bzw. 700 Euro) und schnitten ebenfalls gut ab (2,1). Die Wallbox von Vestel besteche durch zeitgesteuertes Laden über die App, die VW ID. Charger Connect mit besten Sicherheitseigenschaften und einer insgesamt fehlerfreien Funktionalität. Beide lösten die Kabelaufbewahrung vorbildlich: Bei VW ließe sich das Ladekabel komfortabel um die Boxen wickeln, bei Vestel der Stecker zusätzlich in einer Steckergarage parken.

Negativpunkte im Mittelfeld in Sachen Sicherheit

Die hesotec electrify erzielte die Note 2,2 und landete an vierter Stelle. Die Design-Wallbox aus Edelstahl kann bei der Ausstattung nicht überzeugen und ist mit über 1.000 Euro relativ teuer, erklärt der ADAC weiter. Pluspunkte seien ihre Zuverlässigkeit und eine individualisierbare Statusanzeige.

Als befriedigend (Note 2,6) habe sich die Box von STARK-IN-STROM.DE. erwiesen. Positiv bewerten die Tester den modularen und damit reparaturfreundlichen Aufbau, den geringen Verbrauch im Stand-by-Modus und die Möglichkeit der Sprachsteuerung über die App. Negativ ins Gewicht falle, dass die Wallbox die Ladung beim Simulationstest mit einer gasenden Autobatterie nicht unterbreche. Eine vom Hersteller angekündigte neue Version der Wallbox solle dieses Problem nicht mehr aufweisen.

Verlierer fällt mit der Note "5,0" durch

Testverlierer und gleichzeitig durchgefallen mit der Note 5,0 ist die EVBox Elvi, die an der Sicherheitsprüfung scheiterte. Die integrierte Überwachungseinrichtung für Gleichstromfehler habe in einer Messreihe nicht ausgelöst. Dies könne zum "Erblinden" des Schutzschalters in der Hausinstallation und in der Folge zu einem Stromschlag führen. Hinzu käme, dass Elektroinstallateure diesen Fehler bei der Inbetriebnahme feststellten, die Abnahme verweigern müssten. Der Hersteller habe bereits reagiert und biete ein entsprechendes Firmware-Update an.

Kaufempfehlungen vom ADAC

Wichtig für eine Kaufentscheidung seien nicht nur der Preis für Anschaffung und Montage, sondern auch die Kosten durch den Stromverbrauch im Stand-by-Modus: Diese reichten von weniger als 4 Euro (STARK-IN-STROM.DE) bis zu über 13 Euro (hesotec electrify) jährlich.

Der ADAC rät, beim Kauf auf vollständige Bedienungs- und Montageanleitungen zu achten, die zudem auf der Homepage des Herstellers und idealerweise per QR-Code an der Wallbox abrufbar sind. Auch eine Konformitätserklärung sollte beiliegen oder zumindest per Download einsehbar sein.