Nachgerechnet

Verivox: Stromkosten drohen 2021 zu steigen

Die Stromkosten könnten auch im kommenden Jahr weiter ansteigen. Obwohl die Bundesregierung eine Senkung der EEG-Umlage geplant hat, reicht das Berechnungen zufolge nicht aus, um den durch Agora Energiewende prognostizierten Anstieg selbiger auszugleichen.

Diana Schellhas, 02.06.2020, 10:05 Uhr
Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Laut einer Prognose der Politikberatung Agora Energiewende könnte die EEG-Umlage im kommenden Jahr einen Rekordwert von 8,6 Cent pro Kilowattstunde (kWh) erreichen. Nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox würden die Stromkosten für Verbraucher dadurch um rund 7 Prozent ansteigen. Ein Drei-Personen-Haushalt mit einem Stromverbrauch von 4.000 kWh hätte Mehrkosten von 88 Euro im Jahr.

Strompreiserhöhung trotz geplanter Senkung der EEG-Umlage

Mit der EEG-Umlage wird der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland finanziert. Aktuell liegt sie bei 6,76 Cent/kWh und macht damit fast ein Viertel des gesamten Strompreises für private Verbraucher aus. Laut Agora Energiewende plant die Bundesregierung, die EEG-Umlage mit den Einnahmen aus dem kommenden CO2-Preis auf Diesel, Benzin, Heizöl und Erdgas um rund 1,5 Cent/kWh abzusenken. Doch diese Entlastung wiegt den prognostizierten Anstieg nicht auf.

"Steigt die EEG-Umlage im prognostizierten Umfang an, wird der Strompreis für private Verbraucher trotz der geplanten Senkung um 1,5 Cent/kWh ansteigen", sagt Valerian Vogel, Energieexperte bei Verivox. "Statt der angekündigten Entlastungen könnten Millionen von Haushalten Strompreiserhöhungen erhalten."

Auswirkungen der Corona-Krise auf die Strompreise

Der drohende Anstieg der EEG-Umlage wird durch die Corona-Krise befeuert: Der gesunkene Stromverbrauch schmälert die erwarteten Einnahmen aus der EEG-Umlage. Gleichzeitig sind die Großhandelspreise an der Börse stark gefallen, so dass der verkaufte Ökostrom weniger Geld einbringt. Die Umlagekosten steigen.

Wie wird sich der Strompreis 2021 entwickeln?

Aktuell bezahlt ein Drei-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 4.000 kWh im bundesweiten Durchschnitt 30 Cent für eine Kilowattstunde Strom. Mit dem prognostizierten Anstieg der EEG-Umlage würde der Bruttopreis um 7 Prozent auf 32,2 Cent ansteigen. Das entspricht jährlichen Mehrkosten von 88 Euro.

Wird die geplante Senkung von 1,5 Cent/kWh berücksichtigt, läge die EEG-Umlage 2021 bei 7,1 Cent/kWh und damit immer noch deutlich über dem aktuellen Wert von 6,76 Cent/kWh. Dadurch würde sich der Strompreis um rund 1 Prozent erhöhen, was einer jährlichen Mehrbelastung von 17 Euro entspricht.

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