Atomkraft

Verbot durch die Atomaufsicht: AKW Brokdorf bleibt abgeschaltet

Das Atomkraftwerk Brokdorf darf vorerst nicht wiederangefahren werden. Auf Brennstäben in der Anlage waren auffällige Oxidschichten entdeckt worden. Die Atomaufsicht will zunächst Klarheit, dass sich das nicht auch bei anderen Brennstäben wiederholt.

15.03.2017, 10:20 Uhr (Quelle: DPA)
Kernkraftwerk© Roland Marti / Fotolia.com

Brokdorf/ Kiel - Nach dem Fund auffällig dicker Oxidschichten auf Brennstäben des Atomkraftwerks Brokdorf in Schleswig-Holstein bleibt der Meiler vorerst weiter vom Netz. Die Atomaufsicht untersagte dem Betreiber PreussenElektra am Dienstag vorerst, den Kern des Kraftwerks im Kreis Steinburg neu zu beladen. "Wir lassen uns nicht treiben", sagte Schleswig-Holsteins Energieminister Robert Habeck (Grüne). Das Kraftwerk dürfe erst wieder ans Netz, wenn ausgeschlossen ist, dass sich das Problem an anderen Brennstäben wiederholt.

Betreiber will Meiler schnellstmöglich am Netz sehen

Der Betreiber will den Reaktor dagegen möglichst schnell wieder in den Leistungsbetrieb nehmen. Der Meiler sei "in vollständig bestimmungsgemäßem Zustand" und in etwa zwei Wochen nach Abschluss ausstehender Arbeiten wieder bereit zum Wiederanfahren, sagte Geschäftsführer Erwin Fischer.

Suche nach der Ursache wird fortgesetzt

Experten suchen weiter nach dem Grund, warum an einzelnen Brennstäben eine über das übliche Maß hinausgehende Oxidschicht festgestellt wurde. "Mittlerweile hat sich gezeigt, dass nur eine einzige Charge von Brennelementen im Kernkraftwerk Brokdorf betroffen ist", teilte der Betreiber mit. Für den anstehenden Betrieb würde keines der betroffenen Brennelemente eingesetzt.

Kritik und Wiederspruch vom Ministerium

Dem widersprach das Ministerium. Es geht davon aus, dass die betroffenen Brennstäbe aus mindestens zwei Chargen stammen und nicht aus einer. Das Ressort kritisierte zudem, es habe in Brokdorf bislang nur Stichproben gegeben.