Marktrisiken

USA fordert Embargo gegen den Iran - Ölpreise steigen

Die Ölpreise steigen weiter und haben den höchsten Stand seit etwa einem Monat erreicht. Hintergrund sind die zunehmenden Risikofaktoren auf der Angebotsseite. Vor allem aber haben die Vereinigten Staaten andere Länder aufgerufen, auf Ölimporte aus dem Iran zu verzichten.

Öl Förderung© ImagineGolf / iStockphoto.com

New York/ London - Die Ölpreise sind am Mittwoch angesichts zahlreicher Risiken auf der Angebotsseite weiter gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kostete gegen Mittag 76,61 US-Dollar. Das waren 30 Cent mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 56 Cent auf 71,09 Dollar.

USA fördern Total-Embargo beim Öl

Der US-Ölpreis liegt aktuell auf dem höchsten Stand seit etwa einem Monat. Am Dienstagabend waren die Rohölpreise kräftig gestiegen. Auslöser war die Nachricht, dass die USA andere Länder zur Beendigung ihrer Erdöleinfuhren aus dem Iran auffordern. Dies soll bis zum 4. November erfolgen. Hintergrund der Aufforderung ist die Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch die Vereinigten Staaten. Dies lässt Sanktionen der USA gegen den drittgrößten Produzenten des Ölkartells Opec wieder aufleben.

Opec wollen Produktion erhöhen – Markt bleibt angespannt

Neben dem absehbar geringeren Angebot aus dem Iran nennen Experten weitere Angebotsrisiken, etwa in dem vom Bürgerkrieg gezeichneten Libyen oder dem an Ölsanden reichen Kanada. Das geringere Angebot trifft auf einen ohnehin angespannten Markt. Die Opec und mit ihm verbündete Länder wollen dem zwar durch eine höhere Förderung begegnen. Allerdings ist unklar, inwieweit die Produktion tatsächlich ausgeweitet werden kann und ob die angepeilte Erhöhung um eine Million Barrel je Tag ausreicht, um alle Förderausfälle auszugleichen.

Prognose: Nicht alle Länder werden Öl-Embargo unterstützen

Die Rohstoffanalysten der Commerzbank sehen auf Seiten der Opec zwar ausreichend Spielraum, um selbst einen Ausfall des kompletten Angebots des Iran auszugleichen. In diesem Fall wären aber die Reservekapazitäten des Kartells weitgehend aufgebraucht. Sollten dann weitere Ausfälle auftreten, wären die Auswirkungen auf den Ölpreis laut Commerzbank "dramatisch". Allerdings sei nicht davon auszugehen, dass alle Länder der Aufforderung der USA Folge leisteten. Insbesondere China, das etwa ein Viertel der iranischen Förderung abnimmt, dürfte sich widersetzen.

Quelle: DPA