2019 bis 2021

Unterwegs Strom tanken - Ladekosten für E-Autos deutlich gestiegen

Die Ladekosten an öffentlichen Stromtankstellen sind einer Untersuchung zufolge in den vergangenen drei Jahren im Schnitt um 70 Prozent gestiegen. Die Preise variieren demnach außerdem stark, was unter anderem davon abhängig ist, wie umfassend das Tarifangebot ist.

Diana Schellhas, 05.05.2021, 11:36 Uhr
elektrotankstelle© Petair/ Fotolia.com

Zum dritten Mal in Folge hat das Bonner Beratungshaus EUPD Research die Preise mobiler Ladestromtarife miteinander verglichen, über 200 Anbieter mit rund 383 Tarifen waren in diesem Jahr dabei. Der Studie zufolge stiegen die Preise für das Laden von Elektroautos von unterwegs aus in den vergangenen Jahren. Für den Vergleich wurde in den Jahren 2019 bis 2021 die Ladekosten beim Fahren mit einem Renault Zoe betrachtet. Das Auto ist eines der gefragtesten E-Automodelle, berichtet das Beratungsunternehmen. Bei allen neuzugelassenen E-Autos 2020 sei der Renault Zoe mit 15,6 Prozent vertreten.

Durchschnittliche Ladekosten steigen um 70 Prozent

Die Ergebnisse der vergangenen drei Jahre legen bei einer jährlichen Fahrleistung von 14.000 km einen deutlichen Anstieg der durchschnittlichen Jahresladekosten von 540 Euro in 2019 auf rund 918 Euro in 2021 offen, so das Unternehmen weiter. Das entspreche einer Erhöhung von 70 Prozent. Umgerechnet auf die Ladekosten pro 100 Kilometer bedeute dies, dass Zoe-Fahrer im Jahr 2019 noch mit durchschnittlich 3,86 Euro rechnen mussten und sich im Jahr 2021 mit 6,56 Euro im Mittel konfrontiert sähen.

Die in der Vergleichsanalyse festgestellten teuersten Tarife sind dabei von 2020 auf 2021 nicht mehr so stark gestiegen. Ein steigender Trend zeichnet sich vor allem bei den mittleren kWh-Abrechnungspreisen ab, sagt Christine Koch, Projektleiterin bei EUPD Research. Zum einen stiegen die durchschnittlichen Preise beim AC- oder DC-Laden. Zum anderen würde teilweise ein abweichender sowie höherer Ladepreis an HPC-Ladesäulen (High Power Charging) abgerechnet.

Ad-hoc-Laden ist oft am teuersten

Unter den Anbietern von Autostromtarifen positionieren sich klassische Energieversorger neben zahlreichen neuen, oft auch branchenfremden und überregional agierenden Akteuren, so das Beratungsunternehmen weiter. Tarifangebote könnten in regionale Tarife mit regionaler Nutzung, regionale Tarife mit überregionaler Nutzung, überregional verfügbare Tarife mit überregionaler Nutzung und Ad-hoc-Ladeangebote unterschieden werden.

Die Preisspannen der Durchschnittspreise nach kWh-Abrechnung zeigten, dass die teuersten Ladepreise beim Ad-hoc-Laden gälten, wohingegen regionale Tarife mit regionaler Nutzung am günstigsten ausfielen. Dazwischen positionierten sich die regionalen Tarifangebote mit deutschlandweiter Nutzung und überregionale Tarifangebote.

Schnelleres Laden kostet mehr

E-auto laden Die Ladekosten an öffentlichen Strom-Tankstellen im Vergleich. © EuPD Research Sustainable Management GmbH

In Deutschland können E-Autos mit Wechselstrom (AC) oder schneller mit Gleichstrom (DC/ HPC) geladen werden, wobei mit letzterem deutlich schnelleres Aufladen möglich ist. Die AC-Ladepreise lagen laut EUPD-Vergleich, unabhängig von den Ad-hoc-Angeboten, bei allen Tariftypen zwischen 34 und 35 Cent pro Kilowattstunde.

Bei den DC- und HPC-Ladepreisen sei eine größere Preisspanne zu sehen. Die DC-Ladepreise zeigten einen Anstieg von durchschnittlich 35 Cent bei regionalen auf 45 Cent bei überregionalen Tarifangeboten. HPC-Ladepreise seien erst bei den regionalen Tarifen mit deutschlandweiter Nutzung verfügbar. Diese stünden mit durchschnittlich 48 Cent den überregionalen Tarifen mit 58 Cent gegenüber. Bleibe das Ad-hoc-Laden außer Acht, gelte: Je umfassender das Tarifangebot, desto höher seien die Abrechnungspreise.

Der Markt der mobilen Ladestromtarife sei geprägt von vielseitigen Tarifangeboten, bei denen das Angebot von der einzelnen Ladeabrechnung bis hin zu unterschiedlichsten Flatrate-Modellen reiche. In den nächsten Jahren sei mit einem weiteren Anstieg der Ladepreise zu rechnen.