Ankündigung

Uniper: Kraftwerk Datteln löst andere Anlagen ab

Das umstrittene Kohlekraftwerk Datteln beginnt erst dann mit der Stromproduktion, wenn das Aus für die Kohle bereits beschlossene Sache ist. Wenn es soweit ist, will Betreiber Uniper beginnen, seine übrigen Anlagen vom Netz zu nehmen - freiwillig.

Diana Schellhas, 31.01.2020, 15:57 Uhr (Quelle: DPA)
UniperDas Kohlekraftwerk Datteln soll entgegen der Empfehlung der Kohlekomission Strom produzieren.© Uniper SE

Der Kraftwerksbetreiber Uniper will nach der Inbetriebnahme des umstrittenen Kraftwerks in Datteln seine anderen Steinkohlekraftwerke schrittweise abschalten. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag in Düsseldorf mit. Zunächst will Uniper drei Steinkohle-Kraftwerksblöcke in Gelsenkirchen sowie das Kraftwerk Wilhelmshaven mit einer Gesamtleistung von rund 1.500 Megawatt bis Ende 2022 stilllegen. Bis spätestens Ende 2025 sollen weitere 1.400 Megawatt an den Standorten Staudinger in Hessen und Heyden (Nordrhein-Westfalen) folgen. Danach werde Datteln 4 das einzige verbleibende Uniper-Steinkohlekraftwerk in Deutschland sein.

Proteste gegen das Kraftwerk Datteln

Das 1.100-Megawatt-Kraftwerk in Datteln im Ruhrgebiet soll entgegen einer Empfehlung der Kohlekommission im Sommer ans Netz gehen. Dagegen protestieren Umweltschützer heftig. Die Bundesregierung hat aber zugesagt, dass dafür zusätzlich Steinkohlekapazität vom Netz geht, so dass keine zusätzlichen Treibhausgase entstehen.

Uniper: Abschaltungen erfolgen freiwillig

Uniper betonte, die geplanten Abschaltungen erfolgten freiwillig. Eine Teilnahme an den Ausschreibungen zur Steinkohlestilllegung werde Uniper "zu gegebener Zeit prüfen", sagte ein Sprecher. Das Kohleausstiegsgesetz sieht vor, dass sich Betreiber von Steinkohlekraftwerken bis 2026 für Stilllegungen gegen Kompensationszahlungen bewerben können.

Rund 2.000 Mitarbeiter in Uniper-Kraftwerken

Die Gewerkschaft Verdi forderte, die Stilllegungen dürften nicht zu Lasten der Beschäftigten gehen. Direkt und indirekt seien mindestens 2.000 Arbeitnehmer bei Uniper und Fremdfirmen betroffen. Uniper kündigte an, für die Standorte alternative Konzepte, etwa bei der Kraft-Wärme-Kopplung zu entwickeln.