Umwelt

Umfrage: CO2-Steuer wird eher von Jüngeren befürwortet

Die CO2-Steuer wird als Maßnahme diskutiert, mit welcher der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase gesenkt werden soll. Einer Umfrage zufolge lehnen 49 Prozent der Deutschen die Steuer für den CO2-Ausstoß ab. Es gibt aber Unterschiede je nach Generation.

CO2 EmissionenAuf der Umweltkonferenz ist die Einführung einer CO2-Steuer eines von vielen Themen zum Klimaschutz.© designeo / Fotolia.com

Berlin/Hamburg - Die jüngere Generation in Deutschland ist einer Umfrage zufolge aufgeschlossener gegenüber einer CO2-Steuer für mehr Klimaschutz als ältere Menschen. In der Generation 55 plus lehnen nach einer YouGov-Umfrage 58 Prozent so eine Steuer "voll und ganz" oder "eher" ab, 30 Prozent sind "eher" oder "voll und ganz" dafür. Die Ergebnisse der Umfrage liegen der Deutschen Presse-Agentur vor.

Über einen Preis für den Ausstoß von Treibhausgasen diskutiert derzeit die große Koalition in Berlin. Der CO2-Preis ist auch Thema auf der Konferenz der Umweltminister der Bundesländer, die an diesem Freitag (10.05.) in Hamburg in die zweite Runde ging.

Nur 32 Prozent befürworten eine CO2-Steuer

Bei den 18- bis 24-Jährigen sind der Befragung zufolge nur 29 Prozent gegen eine CO2-Steuer, aber 47 Prozent dafür. Bereits in der Gruppe der 25- bis 34-Jährigen liegt die Zustimmung nur noch bei 34 Prozent. Insgesamt befürworten nur 32 Prozent die Steuer auf den CO2-Ausstoß, 49 Prozent wollen sie nicht.

Steigende Kosten beim Tanken und Heizen mit fossilen Brennstoffen

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hatte sich bereits für die Steuer ausgesprochen. Dies würde fossile Brennstoffe wie Benzin und Heizöl teurer machen, damit die Menschen weniger davon verbrauchen und klimafreundliche Technologien gefördert werden. Die Einnahmen könnten zurück an die Bürger gehen, so dass Menschen mit kleinerem Einkommen nicht draufzahlen müssen. Ein Konzept ist im Umweltministerium derzeit in Arbeit.

Bisher keine klare Position zur CO2-Steuer von Kanzlerin Merkel

Die Union hat noch keine klare Haltung. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sprachen sich zuletzt eher für eine Ausweitung des bereits bestehenden Handels mit Emissionszertifikaten in der EU aus, der bisher nur den Energiesektor und Teile der Industrie umfasst. Ob es möglich ist, ihn schnell auf Verkehr und den Gebäudebereich auszuweiten, ist umstritten. Aus Sicht des Bundesumweltministeriums ist das keine praktikable Lösung.

Weitere Themen bei der Umweltkonferenz

Bei der Umweltministerkonferenz werden die Minister zudem über das Klimagesetz des Bundes und die Energiewende beraten. 16 von 55 Tagesordnungspunkten der zweitägigen Konferenz beschäftigen sich mit dem Klimawandel. Bereits am Donnerstag zeichnete sich eine Einigung beim Insektenschutz in Gärten ab. Die Landesminister wollen die Bundesregierung zu einer Kampagne für insektenfreundliche Privatgärten bewegen, wie die Umweltbehörde der Hansestadt mitteilte. Stein- und Schottergärten sollen der Vergangenheit angehören. Hamburg hat derzeit den Vorsitz der Umweltministerkonferenz. Beschlüsse können die Minister nur einstimmig fassen.

Update: Umweltminister fordern baldige Prüfung der CO2-Steuer

Die Umweltminister der Länder haben den Bund aufgefordert, die Einführung eines Preises für den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid zu prüfen. Das solle "bereits in der jetzigen Legislaturperiode" und «unter Berücksichtigung zusätzlicher sozial- und steuerpolitischer Instrumente zur Vermeidung sozialer Schieflagen" geschehen, heißt es in einem Beschluss der Umweltminister in Hamburg.

Die Umweltminister betonten, die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung zum Klimaschutz hätten keine ausreichende Lenkungswirkung gehabt. Vor allem die Sektoren Industrie, Verkehr, Gebäude und Landwirtschaft müssten ihren Beitrag leisten. Deutschland verpasst derzeit sowohl die eigenen Klimaschutz-Ziele als auch die in der EU verbindlich festgeschriebenen.

Diana Schellhas / Quelle: DPA