Mobilität

Umfrage: Benziner bleiben bevorzugte PKW beim Neukauf

Benziner, Diesel, Elektroauto oder Hybrid: Der größte Teil der Deutschen will sich beim nächsten Autokauf einen Benziner anschaffen, zeigt eine Umfrage. Lediglich Dieselautos hinken demnach hinter den Elektromotoren hinterher.

Diana Schellhas, 12.07.2021, 11:45 Uhr
AutobahnWer sich gegen ein Elektroauto entscheidet, nennt am häufigsten die geringe Reichweite als Grund.© Christian-P. Worring / Fotolia.com

Ein Viertel aller Autofahrerinnen und Autofahrer, die demnächst ein Auto kaufen möchten, suchen nach einem Fahrzeug mit Elektroantrieb. Damit sind E-Autos jetzt schon ein Massenmarkt. Benziner bleiben aber vorerst die bevorzugte Antriebsart in Deutschland. Das ergibt eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Verivox. Die Daten zeigen außerdem: Komplett vom eigenen Auto möchte sich kaum jemand trennen.

Dieselautos sind am unbeliebtesten

Insgesamt sagen 14,6 Prozent aller Umfrageteilnehmer, ihr nächstes Auto solle ein reines Elektroauto sein. 7,7 Prozent planen einen Plugin-Hybrid zu kaufen; das sind Fahrzeuge, die kurze Strecken (circa 50 Kilometer) auch selbstständig mit Elektroantrieb fahren und die ebenfalls mit der Kaufprämie der Bundesregierung gefördert werden.

Zusammen möchte also mehr als jeder Fünfte ein Auto mit Elektroantrieb. Benziner bleiben mit 37,9 Prozent zwar weiter deutlich die erste Wahl der Autofahrer. Dieselautos liegen aber mit 12,2 Prozent hinter den Elektroautos.

Autokauf binnen eines Jahres: 25 Prozent wollen ein E-Auto kaufen

Noch klarer ist die Stimmung unter den Befragten, die in den kommenden 12 Monaten ein Auto kaufen möchten. Von ihnen wollen sogar 25,0 Prozent einen Elektroantrieb – überwiegend ein reines Elektroauto (16,2 Prozent), seltener ein Plugin-Hybrid (8,8 Prozent). Für die Umfrage wurden 1.000 Besitzer eines privaten Pkw befragt.

Reine E-Autos vs. Plugin-Hybrid: Unterschiedliches Interesse auch bei künftiger Kaufabsicht

Ein Vergleich mit den aktuellen Zulassungszahlen zeigt: Bei den reinen Elektroautos eilen die künftigen Kaufabsichten der privaten Autokäufer den Neuzulassungen deutlich voraus. 2021 liegt der Marktanteil bisher bei 10,7 Prozent. "Der Marktanteil der reinen Elektrofahrzeuge dürfte wegen des Kundeninteresses in den kommenden Monaten weiter steigen", sagt Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH.

Anders als bei den reinen Stromern verhält es sich bei den Plugin-Hybriden. Ihr Anteil an den Neuzulassungen liegt in diesem Jahr bei 11,8 Prozent. In der Verivox-Umfrage konnten sich deutlich weniger private Pkw-Besitzer für Plugin-Hybride begeistern. 8,8 Prozent der Personen, die in den kommenden 12 Monaten ein Auto kaufen möchten, wollen sich für ein Plugin-Hybrid-Modell entscheiden.

"Der hohe Anteil an den Zulassungen wird sicher sehr stark durch Firmenwagen und weniger durch Privatkunden getrieben", sagt Wolfgang Schütz. "Neuwagen sind generell zum großen Teil Firmenwagen. Und Plugin-Hybride bieten Mitarbeitern ebenso wie reine E-Autos einen Steuervorteil, wenn sie das Auto auch privat nutzen. Das ist attraktiv, selbst wenn das Auto in der Praxis nur mit Benzin oder Diesel bewegt würde."

Viele glauben an die Zukunft des E-Autos

An der Zukunft der Elektromobilität haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Umfrage keinen Zweifel. 32,4 Prozent glauben, dass reine Elektroautos in den kommenden 10 Jahren die meisten Marktanteile hinzugewinnen. Unter den Männern sind es sogar knapp 40 Prozent. Damit liegen die Elektrofahrzeuge deutlich vor den klassischen Hybriden (16,2 Prozent) und den Fahrzeugen mit Brennstoffzellen (14,4 Prozent).

Was spricht gegen den Kauf eines Elektroautos?

Wer aktuell noch vor dem Kauf eines Elektroautos zurückschreckt, nennt als Begründung am häufigsten die zu geringe Reichweite (46,7 Prozent). Ein hoher Anschaffungspreis (41,5 Prozent) und eine zu geringe Zahl von Ladestationen (41,2 Prozent) sind weitere Gründe, die für Skeptiker aktuell noch gegen ein Elektroauto sprechen.

Grundsätzliche Ablehnung schlägt den Elektroautos dagegen weniger entgegen. 23,3 Prozent meinen, der ökologische Vorteil sei nicht groß genug, 12,3 Prozent sagen, sie hätten sich einfach an Benziner oder Diesel gewöhnt und nur 3,4 Prozent legen auf CO2-Einsparungen schlicht keinen Wert.

Auf individuelle Mobilität wollen dabei nur die Wenigsten in Zukunft verzichten. Es wurde nach dem Plan für den nächsten Autokauf gefragt. Darauf antworteten nur 4,6 Prozent, dass sie wohl gar kein Auto mehr kaufen möchten.

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