Energieverbrauch

UBA: Rekordwert beim Ökostrom – Ziele dennoch in Gefahr

Erneuerbare Energien schreiben neue Höchstwerte und dennoch sieht das Bundesumweltamt bestimmte Ziele der Bundesregierung in Gefahr. Wie die Behörde meldet, ist der Wachstum nämlich größtenteils nur auf einen Sektor zurückzuführen.

Diana Schellhas, 16.03.2020, 12:38 Uhr
Regenerative Energien© VRD / Fotolia.com

Erneuerbare Energien hatten 2019 einen Anteil von 17,1 Prozent am Bruttoendenergieverbrauch. Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 16,5 Prozent. Damit ist das Ziel von 18 Prozent in Sichtweite, das Deutschland nach der EU-Erneuerbare-Energien-Richtlinie bis 2020 erreichen muss. Das geht aus aktuellen Daten des Umweltbundesamtes (UBA) hervor.

Positive Entwicklung beim Strom, Stagnation im Verkehr

Die Sektoren entwickelten sich demnach allerdings unterschiedlich: Beim Strom sei der Anteil der Erneuerbaren auf den Rekordwert von 42,1 Prozent (2018: 37,8) gestiegen. Im Wärmesektor sei der Anteil leicht gewachsen, während er im Verkehr stagniert sei.

Im Wärmebereich stieg der Anteil der erneuerbaren Energien den aktuellen Daten zufolge nur leicht von 14,3 auf 14,5 Prozent. Im Verkehrssektor verharrten die erneuerbaren Energien bei 5,6 Prozent. Zwar sei etwas mehr erneuerbare Energie produziert worden, gleichzeitig sei aber auch der gesamte Energieverbrauch gestiegen. Der Verkehr sei für gut ein Viertel des Gesamtenergieverbrauchs verantwortlich. In beiden Sektoren gingen die Entwicklung der Behörde nach kaum voran: Schon in den Vorjahren habe es hier nur eine geringe Steigerung des Erneuerbaren-Anteils gegeben.

Ausbau der Windenergie ist eingebrochen

Der Zubau von erneuerbaren Erzeugungskapazitäten sei insgesamt rückläufig. Insbesondere die Windkraft an Land leide unter den Rahmenbedingungen: Die netto neu installierte Leistung der Windenergieanlagen an Land sei von 4,9 GW (Gigawatt) im Rekordjahr 2017 und 2,3 GW im Jahr 2018 auf nur noch 0,9 GW in 2019 eingebrochen. Seit dem Jahr 2000 sei nur im Jahr 2008 weniger Windenergie-Leistung an Land installiert worden. Auch der Anstieg der Installation neuer PV-Anlagen könne diesen Rückgang nicht vollständig kompensieren.

UBI: Ziel beim Energieverbrauch für 2030 in Gefahr

2009 setzte sich Deutschland im Rahmen der europäischen Erneuerbaren-Energien-Richtlinie das Ziel, den Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch bis zum Jahr 2020 auf 18 Prozent zu steigern. Bis 2030 soll der Anteil der Erneuerbaren am Bruttoendenergieverbrauch bei 30 Prozent liegen. Setzt sich die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre jedoch bis 2030 fort, wird dieses Ziel nach Einschätzung des UBA nicht erreicht werden. Seit 2009 sei der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch trotz des starken Wachstums im Stromsektor nur um rund 6 Prozentpunkte (von 10,9 Prozent auf 17,1 Prozent) gestiegen. Bis 2030 müsse der Anteil damit noch um mehr als 12 Prozentpunkte ansteigen.