Müll entsorgen

UBA: Elektrogeräte-Rücknahme muss verbraucherfreundlicher werden

Alte kleinere Elektrogeräte können in Geschäften und auch an Online-Händler abgegeben werden. Für Waschmaschinen und Co. stehen Wertstoffhöfe bereit. Dennoch klappt es in Deutschland mit der Entsorgung nicht.

Waschmaschine© Lucky Drago / Fotolia.com

Berlin - Alte Elektrogeräte werden oft falsch oder sogar illegal entsorgt. Besonders schlecht sieht es nach Angaben des Umweltbundesamts bei großen Haushaltsgeräten aus. "Knapp 465.000 Tonnen Kühlschränke, Waschmaschinen und Geschirrspüler verschwinden in den Untiefen illegaler Sammlungen oder in nicht zertifizierten Behandlungsanlagen", sagte die Chefin des Umweltbundesamts (UBA), Maria Krautzberger, am Montag. Das sei Ressourcenverschwendung, denn die Geräte seien "wahre Schatzkisten an wiederverwendbaren Rohstoffen". Es schade massiv der Umwelt, wenn gefährliche Stoffe falsch entsorgt würden.

Elektroschrott-Sammelquote wurde verpasst

Die Deutschen kaufen nach UBA-Angaben fast zwei Millionen Tonnen neue Elektrogeräte im Jahr. 2016 verpasste Deutschland die vorgeschriebene EU-Sammelquote von 45 Prozent knapp - in der Sammlung wurden 44,95 Prozent erfasst. Von 2019 an müssen die EU-Staaten sogar 65 Prozent der Elektro-Altgeräte einsammeln - dafür müssten in Deutschland etwa 350.000 Tonnen Elektroschrott zusätzlich pro Jahr erfasst werden. Allerdings geht es um Gewicht, das Sammeln großer Geräte bringt also besonders viel. Das Umweltbundesamt rechnet für 2017 eher nicht mit einer Steigerung der gesammelten Menge.

Umweltamt: Rücknahme muss verbraucherfreundlicher werden

Um die Quote zu schaffen und die Umwelt zu schützen, soll die Rücknahme alter Elektrogeräte im Handel nach dem Willen des Umweltamts verbraucherfreundlicher werden. Wertstoffhöfe sollten gut erreichbar sein und "bedarfsgerechte Öffnungszeiten" haben. Zudem sollten Verbraucher besser über Rückgabemöglichkeiten im Handel und die sonstige Entsorgung informiert werden – "künftig auch mehrsprachig", wie das UBA vorschlägt. Zusätzlich soll die Wertschätzung für Produkte gesteigert werden, so dass ihre Besitzer sie behalten, weitergeben oder reparieren, statt sie zu entsorgen.

Händler müssen kleinere Elektrogeräte zurücknehmen

Einer UBA-Umfrage zufolge entsorgen die meisten Verbraucher ihre Geräte beim Wertstoffhof, lassen sie bei der Lieferung eines neuen Geräts mitnehmen oder von einem kommunalen Entsorger abholen. Nur jedes zehnte Gerät wurde demnach zum Handel zurückgebracht, wie die Behörde mitteilte. Nur die Hälfte der 14- bis 19-Jährigen wisse überhaupt, dass der Handel in vielen Fällen alte Geräte zurücknehmen muss.

Schon seit Mitte 2016 müssen größere Einzelhändler und auch Online-Händler Elektrogeräte zurücknehmen und entsorgen. Das gilt für Geschäfte, die auf mehr als 400 Quadratmetern Fläche elektronische Produkte verkaufen. Bei Online-Händlern wie Amazon zählt die Lagerfläche. Geräte mit einer Kantenlänge unter 25 Zentimetern darf man ohne Kassenzettel zurückgeben und ohne etwas Neues zu kaufen. Für größere Geräte gilt, dass man ein neues kaufen muss, um ein altes zurückgeben zu dürfen.

Seit Samstag läuft die Europäische Woche der Abfallvermeidung, die an diesem Montag (19.11.) offiziell eröffnet wird. Ein Schwerpunkt liegt diesmal auf problematischen Abfällen, deren nicht sachgerechte Entsorgung für Mensch und Umwelt gefährlich sein kann.

Diana Schellhas / Quelle: DPA