Mitteilung

TÜV: Alte Windkraftanlagen müssen auf Sicherheit geprüft werden

Der Verband der TÜV-Unternehmen hat Bedenken bezüglich der Sicherheit bei alten Windkraftanlagen angemeldet. Dem Verband zufolge kommt es jährlich zu 50 gravierenden Schäden, die ein Risiko für den Menschen darstellen können.

Windkraft© Daniel Etzold / Fotolia.com
Berlin - Der Verband der TÜV-Unternehmen sorgt sich um die Sicherheit älterer Windkraftanlagen und fordert regelmäßige technische Prüfungen. Mehr als 15.000 Windräder seien vor dem Jahr 2004 gebaut worden, rund die Hälfte aller Windkraftanlagen an Land, heißt es in einer am Montag in Berlin verbreiteten Mitteilung des Verbandes. Die Betreiber müssten gesetzlich keine unabhängigen Sicherheitsprüfungen vornehmen lassen, im Gegensatz zu Anlagen mit späteren Baujahren.

TÜV: 50 gravierende Schäden an Windkraftanlagen im Jahr

Nach Berechnungen des TÜV-Verbandes komme es jährlich zu rund 50 gravierenden Schäden an Windenergieanlagen. "Unfälle wie abknickende Türme, berstende Rotorblätter oder Brände nach Blitzschlag sind ein Sicherheitsrisiko für Menschen und Umwelt", sagte Geschäftsführer Joachim Bühler. "Im Grunde ist es nur eine Frage der Zeit, bis Menschen zu Schaden kommen." Wie Tankstellen, Aufzüge oder Druckbehälter sollten auch Windkraftanlagen alle zwei Jahre nach verbindlichen Vorgaben überprüft werden.

BWE zweifelt Zahlen vom TÜV an

Der Bundesverband Windenergie (BWE) widersprach dem TÜV-Verband und zweifelte die Zahlen an. "Die mehr als 29.000 Windkraftanlagen an Land unterstreichen mit einer technischen Verfügbarkeit von 98 Prozent den hohen Standard und die Qualität der sicherheitsrelevanten Prüfungen", sagte Geschäftsführer Wolfram Axthelm in Berlin. Angesichts der gut dokumentierten Zahl von Unfällen, widerspreche der Branchenverband deutlich der vom TÜV genannten Unfallzahl. "Hier werden Fakten negiert, um eigene wirtschaftlich begründete Forderungen durchzusetzen."

Quelle: DPA