Studie

Trend: Strompreiserhöhung steigert Wechselbereitschaft

Eine Strompreiserhöhung scheint einer Studie zufolge Verbraucher zu einem Stromwechsel zu bewegen. So ist die Wechselbereitschaft in Bremen, wo die Preise eher gesunken sind, vergleichsweise gering. Stromkunden in Mecklenburg-Vorpommern folgen diesem Trend aber nicht.

Stromvergleich© Sergej Toporkov / Fotolia.com

Heidelberg - In keinem anderen Bundesland wurde im vergangenen Jahr so selten der Stromanbieter gewechselt wie in Bremen. Das hat eine Analyse der Tarifexperten von Verivox ergeben. Die meisten Wechsel gab es in Rheinland-Pfalz.

Um die Häufigkeit der Stromanbieterwechsel abzubilden, wurde ein Index erstellt, bei dem der Bundesdurchschnitt 100 Punkten entspricht. Den geringsten Wert erreicht Bremen mit 70 Punkten, Verbraucher in Rheinland-Pfalz sind mit 124 Punkten am wechselfreudigsten, gefolgt von Niedersachsen (120) und Brandenburg (110).

Trend: Preiserhöhung treibt Stromkunden zum Wechsel an

"Fast überall dort, wo die Strompreise stark angestiegen sind oder sich generell auf hohem Niveau bewegen, ist auch der Wille zum Wechsel groß", erklärt Mathias Köster-Niechziol, Energieexperte bei Verivox. In Bremen hingegen sind die Strompreise in der Grundversorgung in den vergangenen fünf Jahren um 1,25 Prozent gesunken. Für eine Familie bedeutet das zwar lediglich eine Entlastung von 14 Euro – ist aber offenbar Grund genug für viele Bremer, ihrem örtlichen Versorger treu zu bleiben.

Trotz hoher Preise wenig Wechselbereitschaft in Mecklenburg-Vorpommern

Doch nicht immer bestätigt sich dieser Trend: In Mecklenburg-Vorpommern (84) wechseln Verbraucher seltener den Stromanbieter. Dabei werden hier die bundesweit zweithöchsten Strompreise fällig und auch die Wechselersparnis gehört mit zu den höchsten. Wir raten Verbrauchern nicht erst auf eine Strompreiserhöhung zu warten, sondern den aktuellen Tarif regelmäßig auf die Probe zu stellen. Selbst bei sinkenden Strompreisen gibt es einen lebhaften Wettbewerb unter den Stromanbietern und großes Sparpotenzial, so Köster-Niechziol weiter.

41 Prozent beziehen Strom vom Grundversorger

Laut dem Monitoringbericht der Bundesnetzagentur beziehen 31 Prozent der Haushalte Strom zu den Bedingungen der Grundversorgung vom örtlichen Anbieter. 41 Prozent beziehen einen Sondertarif des örtlichen Grundversorgers. Würden all diese Verbraucher zum günstigsten Anbieter wechseln, könnten pro Jahr über 6 Milliarden Euro eingespart werden.

Ein einzelner Haushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4.000 Kilowattstunden (kWh) kann durch den Wechsel von der Grundversorgung zum günstigsten verfügbaren Angebot mit empfehlenswerten Vertragsbedingungen aktuell durchschnittlich 333 Euro pro Jahr einsparen.