24. Mai

Tihange 1: Belgischer Reaktor darf wieder ans Netz

Reaktor Tihange 1 in Belgien soll laut Betreiber Engie Electrabel am 24. Mai wieder hochgefahren werden. Im Zuge von Bauarbeiten war ein Nebengebäude beschädigt worden, weshalb der Meiler seit September still stand. Die belgische Atomaufsicht gab grünes Licht für das Vorhaben.

15.05.2017, 15:42 Uhr (Quelle: DPA)
Atomkraft EUIn Deutschland ist vor allem Reaktor Tihange 2 umstritten.© typomaniac / Fotolia.com

Brüssel - Der seit September abgeschaltete belgische Atommeiler Tihange 1 unweit der deutschen Grenze darf kommende Woche wieder ans Netz. Dies teilte die belgische Atomaufsicht FANC am Montag mit. Das Kraftwerk stand still, weil bei Bauarbeiten ein Nebengebäude beschädigt worden war. Der Betreiber Engie Electrabel habe die Betriebssicherheit nachgewiesen und notwendige Nachrüstungen dafür erledigt, erklärte die Behörde.

Haarrisse im Reaktor Tihange 2

Das Kraftwerk Tihange mit drei Reaktoren steht nahe Lüttich nur etwa 70 Kilometer von Aachen entfernt. In Deutschland umstritten ist vor allem der Reaktor Tihange 2, seit dort Haarrisse im Reaktordruckbehälter entdeckt wurden.

Reaktor-Fundament musste verstärkt werden

Den Meiler Tihange 1 will der Versorger nach eigenen Angaben am 24. Mai wieder in Betrieb nehmen. Die Aufsicht habe die Sicherheitsanalysen und Verstärkungsarbeiten kontrolliert. Engie habe alle Forderungen der Behörden erfüllt. "Die unternommenen Arbeiten garantieren eine völlig sichere Funktion der Anlage", erklärte der Betreiber.

Die Bauarbeiten, die im September die Schäden an dem Nebengebäude mit Turbinen und Pumpen verursachten, sollten der Ertüchtigung für eine längere Betriebszeit des Reaktors bis 1. Oktober 2025 dienen. Die Ursachenforschung ergab nach Angaben der Aufsicht, dass der Baugrund für das Nebengebäude nicht den Vorschriften entsprach. Deshalb sei eine Verstärkung des Bodens unter den Fundamenten gegen etwaige Erderschütterungen verlangt worden. Engie habe dies bis Ende April abgeschlossen.