Grünheide

Tesla-Fabrik: Umweltamt gibt grünes Licht für Fundamentarbeiten

Tesla darf beim Bau der umstrittenen Elektroauto-Fabrik in Grünheide nahe Berlin die nächsten Schritte einleiten. Das zuständige Umweltamt hat die Genehmigung für die Errichtung des Fundaments erteilt. Besonders Umweltschützer üben Kritik an dem Projekt.

Diana Schellhas, 28.05.2020, 11:49 Uhr (Quelle: DPA)
Tesla © Tesla Germany GmbH

Der US-Elektroautobauer Tesla kann eine weitere Etappe zur Vorbereitung des Baus der ersten Fabrik in Europa starten. Das Brandenburger Landesamt für Umwelt erteilte die Zulassung für Fundamentarbeiten, wie der Sprecher des Umweltministeriums, Sebastian Arnold, am Mittwoch in Potsdam mitteilte. Damit sei zum Beispiel der Bau von flachen Fundamenten, Rohrleitungen und Stützen sowie das Herstellen von Baugruben möglich. Tesla kann damit auch den Untergrund verbessern und eine Fläche zum Be- und Entladen von Materialien bauen, die per Bahn angeliefert werden.

Umweltrechtliche Genehmigung für Tesla-Fabrik steht noch aus

Tesla will in Grünheide nahe Berlin von 2021 an rund 500.000 Elektroautos pro Jahr herstellen. Weil eine umweltrechtliche Genehmigung in Brandenburg noch nicht abgeschlossen ist, betreibt das Unternehmen die Vorbereitungen auf dem Gelände auf eigenes Risiko. Zuvor hatte Tesla beantragt, vorzeitig rund 90 Hektar Wald zu roden und dann Boden einzuebnen.

Umweltschützer fürchten negative Folgen für die Wasserversorgung

Naturschützer befürchten unter anderem negative Folgen für die Umwelt und die Wasserversorgung. Sie hatten den Stopp des Baus der Fabrik gefordert. Der Ministeriumssprecher sagte mit Blick auf das grüne Licht für die Fundamentarbeiten: "Der Zulassung ging eine eingehende Prüfung der Umweltauswirkungen voraus." Dabei seien zum Beispiel der Schutz des Grundwassers im Trinkwasserschutzgebiet und Anforderungen zum Schutz der Nachbarschaft vor unzulässigem Lärm während der Bauphase berücksichtigt worden.

Wasserbehörde hat eine Zulassung erteilt

Auf Kritik bei Naturschützern war auch gestoßen, dass Tesla am 14. Mai mit dem Setzen von Pfählen begonnen hatte. Tesla-Gegner hatten kritisiert, dass die Pfähle in die Grundwasser führende Schicht kämen und damit den Wasserfluss störten. Die sogenannten Pfahl-Probebelastungen wurden nach Angaben des Umweltministeriums allerdings zunächst gestoppt, denn eine Zulassung der unteren Wasserbehörde fehlte, sei aber nun vorhanden.

Rund 370 Einwände: Termin zur Erörterung steht noch aus

Gegen das Projekt der Fabrik waren nach Ministeriumsangaben mehr als 370 Einwände eingetroffen. Ein Termin zur Erörterung von Einwänden war wegen der Corona-Krise zunächst ausgefallen, ein neuer Termin steht bisher noch nicht fest. Tesla will seinen früheren Antrag auf Genehmigung laut Landesregierung ändern - zum Beispiel mit dem Plan für einen geringeren Wasserverbrauch als zunächst angegeben.