Stromrechnung

Tennet-Chef: Netzentgelte steigen um neun Prozent

Netzbetreiber Tennet plant eine satte Erhöhung der Netzentgelte. Maßgeblich für die Preiserhöhung sind Konzernchef Urban Keussen zufolge Eingriffe zur Stabilisierung des Stromnetzes. Die Maßnahmen wiederum wären häufiger nötig, wegen des steigenden Anteils an Ökostrom.

StromerzeugungDie Netzentgelte machen rund ein Viertel der Stromkosten aus.© Siegfried Schnepf / Fotolia.com

Berlin/ Düsseldorf - Der Stromnetzbetreiber Tennet will die Netzentgelte zum Jahreswechsel um neun Prozent erhöhen. Das kündigte Tennet-Vize-Chef Urban Keussen im Gespräch mit dem "Handelsblatt" an. Nach Berechnungen des Unternehmens bedeute das für einen Industriebetrieb mit einem Jahresverbrauch von 300 Millionen Kilowattstunden Mehrkosten von bis zu 570.000 Euro pro Jahr.

Das Tennet-Netzgebiet reicht in der Mitte Deutschlands von Schleswig-Holstein bis zum Süden Bayerns. Die Netzentgelte machen rund ein Viertel der Stromkosten aus. Es gibt insgesamt vier Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland.

Keussen: Netzentgelte steigen hauptsächlich wegen Ökostrom-Eingriffen

Hauptkostentreiber sind nach Angaben Keussens "netzstabilisierende Maßnahmen". Sie werden erforderlich, weil immer mehr Wind- und Sonnenstrom ins Netz drängt. Die Stromerzeugung aus diesen Quellen ist nur schwer kalkulierbar und macht kostenträchtige Ausgleichsmaßnahmen erforderlich. Keussen erwartet, dass die Kosten für die netzstabilisierenden Maßnahmen die Entwicklung der Netzentgelte auch weiterhin prägen. Derzeit stehen sie für 60 Prozent der Netzentgelte. 25 Prozent entfallen nach Angaben von Tennet auf Investitionen für den Netzausbau.

Quelle: DPA