Stromausfall

Tausende Haushalte in Berlin ohne Strom

Über 30.000 Haushalte in Berlin mussten 31 Stunden ohne Strom auskommen. Auch Tausende Firmen standen ohne Strom da und bei einigen stand die Heizung still. Die Polizei sorgte für Kontaktmöglichkeiten für den Notfall.

Stromanbieter Berlin© sborisov / Fotolia.com

Berlin - Tausende Bewohner im Berliner Südosten hofften am Dienstag (19.02.) ab 14 Uhr darauf, im Laufe des Mittwochs wieder Strom zu bekommen. Im Stadtteil Köpenick waren ab diesem Zeitpunkt mehr als 30.000 Haushalte und 2.000 Gewerbebetriebe von der Versorgung abgeschnitten. Wegen des folgenschweren Stromausfalls blieben am Mittwoch auch Schulen und Kitas in den betroffenen Ortsteilen geschlossen, wie das Bezirksamt mitteilte.

Wie kam es zu dem Blackout in Berlin?

Ursache für den Stromausfall in Köpenick war ein Kabelschaden bei Bauarbeiten an der Salvador-Allende-Brücke. Bei einer Bohrung waren sowohl das Haupt- als auch das Ersatzkabel beschädigt worden. Die verantwortliche Firma habe sich vorab nicht über deren Verlauf informiert, so die Vattenfall-Sprecherin für das Berliner Stromnetz, Julia Klausch.

"Einen derartigen Fall hat es in Berlin noch nicht gegeben", erklärte Jürgen Schunk, Leiter des Krisenstabs bei Stromnetz Berlin. Beide Kabelsysteme seien bei der Bohrung vollständig durchtrennt worden, die Monteure hätten die Reparaturarbeiten am Zugang zur Brücke auf engstem Raum durchführen müssen. Insgesamt waren den Angaben zufolge 34 000 Kunden betroffen.

Nach 31 Stunden wieder am Netz

Nach 31 Stunden ohne Strom war der Stadtteil Köpenick seit Mittwochabend (20.02.) wieder am Netz. Kurz vor 21.30 Uhr gingen überall wieder die Lichter an. Zuvor kam es noch im Stadtteil Berlin Rudow zu einem Stromausfall von 40 Minuten. Betroffen waren etwa 3.000 Haushalte. Ursache sei ein Kabelfehler gewesen, sagte Olaf Weidner, Sprecher der Vattenfall-Tochter Stromnetz Berlin.

Polizei richtete "stationäre Wachen" ein

Um in Notfällen besser für die betroffenen Menschen erreichbar zu sein, griff die Berliner Polizei in der Nacht zum Mittwoch zu ungewöhnlichen Maßnahmen: Zum einen seien deutlich mehr Polizisten im Einsatz, um für die Bevölkerung ansprechbar zu sein. "In der Gegend sind viele Streifenwagen unterwegs", sagte eine Sprecherin. Außerdem schickte die Polizei am späten Abend vier Fahrzeuge nach Köpenick, die dort als "stationäre Wachen" dienen sollten. Via Twitter bedankten sich die Einsatzkräfte für die Besonnenheit der Bürger - und ergänzten: "Damit Sie gut schlafen können, beenden wir jetzt auch unsere Lautsprecherdurchsagen."

Blockkraftheizwerke ausgefallen

In mehreren Tausend Haushalten war es nicht nur dunkel - sondern auch kalt: Wegen des Blackouts waren die beiden Blockheizkraftwerke in Köpenick und Friedrichshagen vom Netz: "Die Wiederversorgung der rund 5.000 betroffenen Haushalte mit Wärme kann erst nach der Wiederversorgung mit Strom erfolgen", twitterte Vattenfall. "Das ist in der Tat außergewöhnlich", kommentierte der stellvertretende Berliner Landes-Branddirektor die Situation in der "Abendschau" des rbb.

Stromausfall im Krankenhaus

Teilweise fielen auch der Mobilfunk und das Festnetz aus. Außerdem liegt das Krankenhaus Köpenick in dem betroffenen Gebiet, das - wie auch beispielsweise das Bürgeramt - telefonisch nicht erreichbar war. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk richteten eine zusätzliche Notstromversorgung ein, um Schlimmeres im Krankenhaus zu verhindern. Einige Patienten von besonders sensiblen Stationen wurden in andere Kliniken umgesiedelt.

Der Stromausfall hatte auch Auswirkungen auf das Verkehrsnetz. Die Verkehrsinformationszentrale Berlin teilte auf Twitter mit, dass zahlreiche Ampelanlagen außer Betrieb seien. Mehrere Straßenbahnlinien waren unterbrochen.

Diana Schellhas / Quelle: DPA