Elektromobilität

Tauschen statt Tanken: Start-up will Akkus von E-Autos auswechseln

Anstatt die Batterie von Elektroautos aufzuladen, könnte an Tankstellen binnen drei Minute eine neue in das Auto eingesetzt werden. Das ist die Grundidee eines schwedischen Start-up-Unternehmens. Das Ziel: Die Elektromobilität voranzubringen, ohne dass eine aufwendige neue Infrastruktur geschaffen werden muss.

05.12.2017, 11:59 Uhr
E-Auto Ladestecker© kavring/ fotolia.de

Stockholm - Ein schwedisches Start-up-Unternehmen Powerswap AB präsentiert eine eher radikale Lösung für das Aufladen von Elektrofahrzeugen: Anstatt das Kabel anzuschließen und zu warten, bis das Auto aufgeladen ist, soll die Batterie mithilfe eines Robotergerätes in drei Minuten ausgetauscht werden.

Die neue Technik soll sich vor allem dadurch von früheren Batterieaustauschversuchen unterscheiden, dass bei dem System der Austausch von der Seite her vorgenommen würde und keine gesonderten Anlagen aufgebaut werden müssten, sondern die bereits bestehenden regulären Tankstellen um die Austauschanlagen ergänzt werden.

Taxiunternehmen bekundet Interesse am System von Powerswap

"Ich bin zuversichtlich, dass wir etwas geschaffen haben, dass zu einer schnelleren Zunahme von Elektrofahrzeugen führen wird. Taxiunternehmen und sonstige Transportmaschinenparks sind geeignete Nischen für unsere Einführung, weil bei ihrem Betrieb die Zeit für ein langes Aufladen fehlt. Wir haben eine Absichtserklärung von Taxi Stockholm erhalten, dem größten Taxiunternehmen in Schweden", sagt Sten Corfitsen, der Gründer von Powerswap.

Zusammengefasst seien die Vorteile des automatischen Batterieaustauschs die folgenden:

  • Zeit für das Aufladen soll entfallen
  • Austausch soll schneller funktionieren als das Auftanken eines Benzinautos
  • Preis für Elektroautos soll sinken, da die Fahrzeuge ohne Batterie verkauft würden. Die Batterie würde geleast und könne erneuert werden, wenn eine bessere Technologie erhältlich ist.
  • Es entstehe eine Infrastruktur, ohne dass die Notwendigkeit zum Bau Hunderttausender öffentlicher Ladesäulen bestünde.
  • Die Belastung für die Batterien soll sich reduzieren, weil den Akkus ausreichend Zeit zum Laden gegeben würde, wodurch Nachfragespitzenzeiten und die Belastung des Stromnetzes verringert werden könnten.