Stromnetz

Suedlink: Netzbetreiber legen konkreten Verlauf vor

Die Stromtrasse Suedlink wird mit einer Länge von über 700 Kilometern vom Norden in den Süden Deutschlands verlaufen. Die Netzbetreiber Tennet und TransnetBW legten nun konkrete Vorschläge vor. Der längste Teil würde demnach durch Niedersachsen führen.

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Berlin - Der voraussichtliche Verlauf der Stromtrasse Suedlink über 700 Kilometer von Nord- nach Süddeutschland wird konkreter. Die Netzbetreiber Tennet und TransnetBW stellten am Donnerstag in Berlin ihren Vorschlag vor, den sie in den kommenden Wochen bei der Bundesnetzagentur einreichen wollen. Demnach soll die Trasse von Schleswig-Holstein aus westlich an Hannover vorbei über Nordhessen und Südthüringen nach Bayern und Baden-Württemberg führen. Letztlich entscheidet die Bundesnetzagentur über den Verlauf, der zwischen Ländern und Regionen teils heftig umstritten ist. Suedlink soll Windstrom vom Norden in die Industriezentren im Süden bringen.

Planung zur Stromtrasse Suedlink soll bis 2021 abgeschlossen sein

In den kommenden Wochen wollen die beiden Unternehmen Bürger vor Ort über die Hintergründe der Streckenauswahl informieren, kündigte Christoph Schulze-Wischeler an, der bei Tennet für den Netzausbau zuständig ist. Die Planungen sollen bis 2021 abgeschlossen werden, die für die Energiewende wichtige Nord-Süd-Verbindung soll dann bis 2025 gebaut werden. Der Vorsitzende der Geschäftsführung von TransnetBW, Werner Götz, nannte den Zeitplan sehr ambitioniert. Er sei nur einzuhalten, wenn es keine Verzögerung etwa durch Klagen gebe.

Längster Teil der Trasse soll durch Niedersachsen verlaufen

20 Kilometer der Stromtrasse sollen durch Schleswig-Holstein führen, mit 315 Kilometern bekommt Niedersachsen den Plänen zufolge den längsten Teil der Kabel, die überwiegend unterirdisch verlaufen sollen. Durch Hessen sollen 59 Kilometer führen, 78 durch Thüringen, 135 durch Bayern und 97 Kilometer durch Baden-Württemberg. Die Netzbetreiber betonten, sie hätten sich bei der Auswahl an sachlichen Kriterien wie Wasser- und Artenschutz oder auch Baugebieten orientiert, nicht an politischen Wünschen.

Was soll Suedlink kosten?

Tennet und TransnetBW rechnen nach eigenen Angaben "konservativ" mit zehn Milliarden Euro für Suedlink. Ursprünglich waren mal drei Milliarden geplant, denn eigentlich sollten die Trassen als Freileitungen mit Masten gebaut werden. Dann gab es Bürgerproteste, die Bundesregierung lenkte ein, die Leitungen werden nun größtenteils unterirdisch verlegt. Das hat seinen Preis.

Die Netzbetreiber betonten, sie hätten sich bei der Auswahl an sachlichen Kriterien wie Wasser-, Natur- und Artenschutz oder auch Baugebieten orientiert, nicht an politischen Wünschen. Insgesamt wurden demnach 150 Kriterien in Betracht gezogen. Menschen, Tiere und Pflanzen sollen möglichst wenig beeinträchtigt werden, etwa indem man nicht in Schutzgebieten oder Mooren buddelt. Aber auch Autobahnen und Schienen sollen vermieden werden - solche Verkehrswege zu kreuzen, ist kompliziert und teuer.

Diana Schellhas / Quelle: DPA