EUPD Research

Studie: Photovoltaik-Branche von massivem Jobbaubau bedroht

In der Photovoltaik-Branche arbeiten einer Studie von EUPD Research zufolge aktuell mehr als 29.000 Beschäftigte. Wie das Forschungsunternehmen berichtet, ist fast die Hälfte davon aufgrund der Auswirkungen des Solardeckels in Gefahr.

Diana Schellhas, 18.05.2020, 09:52 Uhr
SolaranlageDei Studie umfasst zwei Szenarien für die Entwicklungen in der Photovoltaik-Branche.© pf30 / Fotolia.com

Seit einigen Jahren verzeichnet die Photovoltaik (PV)-Branche in Deutschland wieder steigende Installationszahlen und damit einhergehend eine positive Beschäftigungsdynamik. Diese Entwicklung droht durch das zeitnahe Erreichen des 52 GW Solardeckels einer Studie von EUPD Research zum Erliegen zu kommen. Demnach muss mit einem Abbau von mehr als der Hälfte der heute bestehenden Arbeitsplätze bis Ende des Jahres 2021 gerechnet werden

Studie: Stabile Beschäftigungssituation trotz Corona-Krise

Das Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmen hat in zwei Entwicklungspfaden die jeweiligen volkswirtschaftlichen Effekte im deutschen PV-Markt bis 2023 berechnet: ein Basis-Szenario inklusive der Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie ein weiteres Szenario zu den Auswirkungen des Solardeckels. Beide Szenarien zeigen laut Studie deutlich, dass im aktuellen Jahr 2020 in der Branche wieder mehr als 29.000 direkt Beschäftigte tätig sind und sich die Beschäftigungssituation trotz der Corona-Pandemie stabil ist.

Ergebnisse: Massiver Jobverlust durch den Solardeckel

Das Basis-Szenario ist den Studienautoren zufolge von einem deutlichen Wachstum um ca. 7.700 Arbeitsplätze auf insgesamt knapp 36.800 direkt Beschäftigte im Jahr 2021 gekennzeichnet. Hier profitiere der deutsche Solarmarkt neben dem generellen Wachstumstrend gleichermaßen von einem Nachholeffekt der Corona-Krise.

Im Szenario mit Solardeckel hingegen reduziere sich die Beschäftigtenanzahl aufgrund der stark einbrechenden Neuinstallationen auf nur noch gut 18.700 Arbeitsplätze im Jahr 2021. Im direkten Szenario-Vergleich für 2021 bedeute dies eine Differenz von 18.100 Arbeitsplätzen bzw. eine Verringerung um 49 Prozent. Zudem gehe damit ein direkter Umsatzrückgang der deutschen Solar-Branche von mehr als 3 Mrd. Euro einher.