EuPD Research

Studie: Photovoltaik-Ausbau bringt 50.000 neue Jobs

Die Stromerzeugung über Photovoltaik- und Windanlagen muss im Zuge der Energiewende weiter zunehmen. Der Ausbau der Solarenergie könnte einer Studie zufolge zum Jobmotor in Deutschland werden.

Diana Schellhas, 05.12.2019, 14:28 Uhr
Klimaschutz© Rainer Sturm / pixelio.de

Nach und nach gehen in Deutschland die Atom- und Kohlekraftwerke vom Netz. Das letzte AKW soll nach den bisherigen Plänen 2022 abgeschaltet werden, der letzte Kohlemeiler spätestens 2038. Um eine Stromerzeugungslücke zu vermeiden, sollen und müssen Alternativen geschaffen werden. Würde dabei auf Photovoltaik- und Speicherkapazitäten gesetzt werden, könnten bis zum Jahr 2030 über 50.000 neue Jobs in Deutschland entstehen, zeigt eine Studie des Bonner Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmens EuPD Research.

Photovoltaik bietet Jobs in vielen Bereichen

Demnach kann die Zahl der Arbeitsplätze in der heimischen Photovoltaik- und Speicherbranche bis 2030 von derzeit 26.400 auf 78.000 gesteigert werden. Der Branchenumsatz wachse in der kommenden Dekade von fünf auf 12,5 Milliarden Euro. Die Arbeitsplätze entstünden überwiegend in den Bereichen Planung, Installation, Betrieb und Wartung von PV-Anlagen. Allein im Bereich der Wartung würden die Beschäftigtenzahlen von 9.200 auf 26.000 im Jahr 2030 ansteigen. Weiteres Potential ergäbe sich zudem aus der Erschließung der Marktpotenziale von Mittel- und Langfristspeicher. Die Solarisierung der Energieversorgung ermöglicht zudem nach Analysen der Marktforscher im Jahr 2040 ein Absinken des Strompreises auf unter 29 Cent je Kilowattstunde.

BSW: Regierung muss Photovoltaik-Deckel abschaffen

Der Bundesverband Solarwirtschaft e. V. (BSW) fordert die Bundesregierung auf, bestehende Investitionsbarrieren für Solaranlagen und Speicher nunmehr schnell zu beseitigen und die im Klimaschutzprogramm definierten Ausbauziele für Solartechnik deutlich nachzubessern. Noch in diesem Jahr müsse der 52-Gigawatt-Deckel im Erneuerbare-Energien-Gesetz fallen, wie dies von der Bundesregierung in den letzten Wochen wiederholt versprochen wurde. Andernfalls drohe 2020 nach der Windbranche nun auch der Solarbranche ein Markteinbruch, der die Klimaschutzbemühungen konterkariere und tausende Jobs gefährde. Die Studie "Energiewende im Kontext von Atom- und Kohleausstieg - Perspektiven im Strommarkt bis 2040" zeige einen notwendigen Wachstumspfad der jährlichen Photovoltaik-Installationen auf 10 Gigawatt (GW) auf.