BMWi

Studie: Mieterstrom kommt für bis zu 3,8 Millionen Wohnungen in Frage

Mieterstrom könnte den Photovoltaik-Ausbau vorantreiben, bisher gibt es aber kein konkretes Fördermodell. Das BMWi hat eine aktuelle Studie zu dem Thema veröffentlicht. Demnach können bis zu 3,8 Millionen Wohnungen mit Mieterstrom versorgt werden.

24.01.2017, 11:38 Uhr (Quelle: DPA)
SonnenstromBeim Mieterstrom können auch Mieter vom Ökostrom von der Photovoltaikanlage auf dem Hausdach profitieren.© il-fede / Fotolia.com

Berlin - Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) hat heute eine Studie zum Thema Mieterstrom veröffentlicht. Dabei wurden auch die Potenziale und die Wirtschaftlichkeit von Mieterstrommodellen untersucht. Das Ergebnis: In vielen Fällen lohnt es sich für Gebäudeeigentümer, Vermieter und weitere Akteure bisher nicht, das Potenzial zu erschließen. Eine Förderung würde die Anzahl der rentablen Projekte deutlich erhöhen.

Ökostrom für Mieter direkt vom Dach

Beim "Mieterstrom" geht es kurz gefasst darum, dass Hauseigentümer, die mit Photovoltaik-Anlagen oder Blockkraftheizwerken Energie erzeugen, auch Mieter mit dem Ökostrom beliefern können. In bereits existierenden Modellen für Mieterstrom wird Strom aus einer dezentralen Erzeugungsanlage in unmittelbarer räumlicher Nähe – meistens im selben Wohngebäude – an Kunden geliefert, so das BMWi.

Staatssekretär: Mieter sollen bei Energiewende-Umsetzung stärker einbezogen werden

Staatssekretär Baake erklärt hierzu: "Mit dem EEG 2017 haben wir uns vorgenommen, künftig auch Mieter stärker bei der Umsetzung der Energiewende einzubeziehen. Mieterstrom kann auch ein Baustein sein, dem Ausbau der Photovoltaik neuen Auftrieb zu verleihen. Deswegen haben wir uns im BMWi mit der Studie die rechtliche und wirtschaftliche Situation von Modellen für Mieterstrom genauer angeschaut. Jetzt haben wir eine gute Grundlage für die Ausgestaltung einer zukünftigen Förderung."

Studie: Direkte Vergütung für Mieterstrom wäre zielgenauer

Die Studie zeige, dass man Mieterstrom mit einer direkten Vergütung zielgenauer und differenzierter fördern kann als mit einer pauschalen Verringerung der EEG-Umlage. Eine mögliche Variante wäre dabei etwa, dass nicht nur für die Einspeisung von Strom in das öffentliche Netz eine Vergütung (Einspeisevergütung) an den Anlagenbetreiber ausgezahlt würde, sondern auch für die Weitergabe des Stroms an Dritte. Die Höhe der Vergütungssätze könnte sich dabei an der Einspeisevergütung orientieren.

Untersucht wurde auch, wie groß das Potenzial für Mieterstrommodelle in Deutschland ist. Demnach können bis zu 3,8 Millionen Wohnungen mit Mieterstrom versorgt werden können.

Weiterführende Links