Vergleich

Stromverbrauch ist im Westen höher als im Osten

Der Stromverbrauch variiert von Stadt zu Land und auch zwischen den einzelnen Bundesländern. Stromanbieter Eon hat den Energiehunger der Haushalte in Deutschland miteinander verglichen. Ein weiteres Ergebnis: Das Interesse an Ökostrom hat stark zugenommen.

StromkostenEin Studie hat den Stromverbrauch in Deutschland untersucht. Im Westen liegt der Jahresverbrauch knapp 400 Kilowattstunden über dem Verbrauch im Osten.© Tobias Kaltenbach / Fotolia.com

Essen - Was den Stromverbrauch angeht, gibt es auch 30 Jahre nach dem Mauerfall noch einen deutlichen Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland. Während Privathaushalte in den ostdeutschen Bundesländern durchschnittlich mit 2.324 kWh pro Jahr auskommen, werden in Westdeutschland 2.718 kWh pro Haushalt und Jahr verbraucht, was rund 17 Prozent mehr ist. Besonders sparsam sind die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern (2.114 kWh), aber auch die Berliner (2.312 kWh) und Brandenburger Haushalte (2.358 kWh) verbrauchen deutlich weniger Strom als der bundesweite Durchschnitt (2.684 kWh). Das geht aus einer Auswertung des Energieanbieters E.ON zum Tag der Deutschen Einheit hervor.

Unterschiede beim Stromverbrauch in der Stadt und auf dem Lande

Die regionalen Unterschiede beim Stromverbrauch pro Haushalt können verschiedene Ursachen haben, so die Einschätzung des Stromversorgers. Grundsätzlich lässt sich demnach jedoch feststellen, dass der Durchschnittverbrauch in Städten tendenziell niedriger ist als in eher ländlichen Gebieten. Ein Grund hierfür seien die auf dem Lande häufig größeren Häuser und Wohnungen, in denen entsprechend auch mehr Personen leben. Kleine Wohnungen in Städten, wie Studentenwohnungen und Single-Haushalte, hätten meist einen deutlich geringeren Energiebedarf. Landkreise in Speckgürteln größerer Städte, in denen besonders viele Familien lebten, wiesen wiederum einen höheren Verbrauch auf. Auch in wohlhabenderen Regionen sei der Strombedarf tendenziell höher.

Wie hat sich der Stromverbrauch entwickelt?

Im zeitlichen Verlauf hat den Berechnungen zufolge zwar die Anzahl an Elektrogeräten im häuslichen Bereich zugenommen, dennoch ging der Stromverbrauch bundesweit in den vergangenen Jahren leicht zurück. Dies liege vor allem daran, dass viele Geräte weniger Strom benötigten und energieeffizienter arbeiteten. Mit dem Vormarsch von Elektroautos, E-Bikes und E-Rollern könnte der private Energiebedarf langfristig allerdings wieder ansteigen, sofern sie in der Garage bzw. über die häusliche Stromleitung geladen werden, erklärt Eon-Geschäftsführer Wolfgang Noetel. Mit dezentralen Lösungen wie beispielsweise Solaranlagen ließen sich nicht nur die Fahrzeuge nachhaltig aufladen, auch ein Großteil des häuslichen Strombedarfs könne aus erneuerbaren Energien gedeckt werden.

Ökostrom liegt im Trend

Diese Zukunftsvision spiegele sich in einem weiteren Trend wider: Das Interesse an Ökostrom nehme zu: Von 2018 auf 2019 sei der Anteil der Ökostrom-Kunden des Unternehmens bundesweit um rund 30 Prozent gestiegen. Dabei setzten insbesondere junge Menschen in Deutschland auf Ökostrom oder Ökoerdgas. In der Altersgruppe der 18- bis 40-Jährigen entschied sich mittlerweile jeder Fünfte bei der Wahl zwischen einem konventionellen und einem ökologischen Energietarif bewusst für eine klimafreundliche Belieferung. Insgesamt sei die Nachfrage nach Öko-Tarifen aber in allen Altersgruppen weiter angestiegen.