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Strompreise erhöhen sich für knapp 4 Millionen Haushalte

Gleich 33 Stromversorger haben angekündigt, ihre Strompreise zu erhöhen. Verivox berichtet, dass somit rund 4 Millionen Haushalte damit rechnen müssen, dass der Strom wieder teurer wird. Hinnehmen müssen das Stromkunden nicht.

StromvertragDen Experten von Verivox zufolge werden die Strompreise weiter steigen.© pojoslaw / Fotolia.com

Heidelberg - Im Frühling steigen die Säfte – und die Strompreise. Für die nächsten Wochen haben 33 Stromversorger durchschnittliche Preiserhöhungen von rund 3 Prozent angekündigt. Darunter sind mehrere große Grundversorger. Knapp 4 Millionen Haushalte liegen in den betroffenen Gebieten. Das zeigt eine Auswertung der Tarifexperten von Verivox.

Preiserhöhungswelle zu Beginn des Jahres

In den ersten drei Monaten diesen Jahres haben bereits über die Hälfte der Grundversorger – nämlich 421 Anbieter – ihre Preise um durchschnittlich 3,5 Prozent angehoben. Gut 16 Millionen Haushalte liegen in den betroffenen Gebieten. Mit den Erhöhungen zum April zieht sich der Trend weiter ins Jahr hinein. Die jüngsten Preissteigerungen bedeuten für eine vierköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden Mehrkosten von durchschnittlich 35 Euro pro Jahr.

Experte: Strompreise werden langfristig steigen

Die Versorger begründen den Preisanstieg in der Regel mit höheren staatlichen Abgaben und Umlagen sowie gestiegenen Stromnetzgebühren. Einen abdämpfenden Einfluss haben die Großhandelspreise an der Strombörse. Sie lagen im Jahr 2016 über 10 Prozent unter den Preisen des Vorjahres. Die Versorger konnten sich daher Strom zu günstigeren Konditionen beschaffen. "Langfristig rechnen wir jedoch mit einem Anstieg der durchschnittlichen Preise an der Strombörse", sagt Jan Lengerke, Mitglied der Geschäftsleitung bei Verivox. "Dann fällt ihre bremsende Wirkung für die Verbraucher weg. Die Belastung der Haushalte durch die Stromkosten wird daher in den kommenden Jahren wohl deutlich ansteigen."

Kündigungsrecht bei Preiserhöhung nutzen

Wer jetzt eine Nachricht über eine Preiserhöhung erhält, sollte die Gelegenheit zum Wechsel des Stromanbieters nutzen. In der Regel übernimmt der neue Anbieter die Abmeldung beim bisherigen Versorger. Wer schon einmal gewechselt und einen Vertrag mit längeren Laufzeiten und Kündigungsfristen gewählt hat, sollte im Falle einer Preiserhöhung von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und selbst kündigen.

Was bedeutet Grundversorgung?

Wenn sich private Verbraucher nicht aktiv nach einem günstigen Stromtarif umschauen, landen sie im Grundversorgungstarif des örtlichen Versorgers. Diese Tarife sind üblicherweise sehr teuer. Im bundesdeutschen Durchschnitt zahlt ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh im Grundversorgungstarif 1.224 Euro pro Jahr. Im günstigsten verfügbaren Tarif mit empfehlenswerten Bedingungen werden bei der gleichen Strommenge nur 858 Euro (einschließlich Bonus) fällig. Die Ersparnis beträgt durchschnittlich 366 Euro.

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