Grundversorgung

Strompreis steigt im neuen Jahr um rund 6 Prozent

Zum Jahreswechsel wird für Millionen Haushalte in Deutschland der Strom teurer. Im Durchschnitt steigt der Preis in der Grundversorgung um rund 6 Prozent. Im Laufe des Jahres 2020 könnten weitere Erhöhungen folgen.

Melanie Zecher, 30.12.2019, 11:48 Uhr (Quelle: DPA)
Strompreise© svort/fotolia.com

Nach Angaben des Vergleichsportals Verivox haben 506 der 820 örtlichen Stromversorger Preiserhöhungen von durchschnittlich 6 Prozent angekündigt. Ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden müsse mit Mehrkosten von durchschnittlich 71 Euro pro Jahr rechnen. Und die Welle der Preiserhöhungen ist damit wohl noch nicht zu Ende. Verivox rechne auch 2020 damit, dass im weiteren Jahresverlauf Preiserhöhungen folgen werden, sagte ein Sprecher.

EEG-Umlage steigt noch einmal

Als Grund für die Strompreiserhöhungen gaben die Versorger gestiegene Umlagen und Netzgebühren an. Die EEG-Umlage, über die der Ausbau der erneuerbaren Energien finanziert wird, steigt zum Jahreswechsel um rund 5 Prozent auf 6,756 Cent je Kilowattstunde. Sie macht rund 22 Prozent des gesamten Strompreises aus. Die Bundesregierung will die Bürger als Ausgleich für steigende CO2-Preise ab dem Jahr 2021 unter anderem beim Strom entlasten. Dazu soll die EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms deutlich gesenkt werden. Die Gebühren für die Stromnetze wiederum, auf die ein weiteres knappes Viertel des Gesamtpreises entfällt, steigen - allerdings regional unterschiedlich.

Preissenkungen werden nicht weitergegeben

Die Preise im Großhandel, also die Beschaffungskosten, sind hingegen gesunken. Die Stromversorger kaufen den Strom nach Beobachtungen der Vergleichsportale derzeit viel günstiger ein als noch Anfang 2019. Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer: "Wir haben es offensichtlich mit dem altbekannten Phänomen zu tun, dass Steigerungen bei den Umlagen und Entgelten weitergegeben werden, aber gesunkene Großhandelspreise nicht." Die Bundesregierung müsse dieser "Rosinenpickerei der Versorger gerade bei der Grundversorgung" einen Riegel vorschieben.

Preiserhöhung nach Bundesländern

Die Preiserhöhungen der Grundversorger fallen je nach Bundesland unterschiedlich aus. Während in Berlin und Hamburg nach Verivox-Auswertungen bislang keine Erhöhungen angekündigt sind, steigen sie in den Flächenländern im Durchschnitt zwischen 4,2 Prozent in Schleswig-Holstein und 6,6 Prozent in Hessen sowie dem Saarland und Bremen. In den bevölkerungsreichen Bundesländern NRW und Bayern beträgt das Plus demnach 6,2 Prozent beziehungsweise 5,5 Prozent.

Die Angaben zu den Preiserhöhungen betreffen Haushalte, die Strom in einem Grundversorgungstarif beziehen. Laut Bundesnetzagentur sind das etwa 27 Prozent aller Privathaushalte in Deutschland. Strom in der Grundversorgung ist in der Regel der teuerste Tarif. Die Grundversorger sind verpflichtet, Preiserhöhungen zu veröffentlichen.