IAEA

Strommix wird grüner - auch Taiwan und Südkorea ziehen mit

In Europa wird der Strommix immer grüner. So ist der Anteil an Atomenergie 2016 im Vergleich zum Vorjahr weiter zurückgegangen, während immer mehr Strom aus Ökostrom-Anlagen stammt, berichtet die IAEA. Mittlerweile haben auch Länder wie Südkorea und Taiwan der Atomenergie abgeschworen.

Regenerative Energien© VRD / Fotolia.com

Berlin - In der Europäischen Union wächst der Anteil der Erneuerbaren Energien am Strommix, während die Atomkraft weiter an Bedeutung verliert. Wie aus Daten der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) hervorgeht, sank die Produktion von Atomstrom im immer älter werdenden EU-Kraftwerkspark 2016 im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent auf rund 800 Milliarden Kilowattstunden (kWh). Im Gegenzug erhöhte sich die Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien um rund 2 Prozent auf mehr als 950 Milliarden kWh. Dabei konnten laut Daten von Agora Energiewende alle wichtigen Erneuerbaren-Technologien leicht zulegen.

IAEA: Beim Strommix wird Anteil Erneuerbarer weiter steigen

In den kommenden Jahren werden die Erneuerbaren weiter zulegen, so die IAEA. Denn die installierte Leistung Erneuerbarer Energien zur Stromproduktion ist im vergangenen und in diesem Jahr in zahlreichen EU-Mitgliedstaaten spürbar gestiegen. In Frankreich erhöhte sich 2016 die installierte Leistung in den Technologiesparten Windkraft und Bioenergie gegenüber dem Vorjahr jeweils zweistellig. Insgesamt stieg die installierte Anlagenleistung Erneuerbarer Energien zur Stromproduktion um 2.200 Megawatt (MW) auf knapp 46.000 MW.

Ziele für den Atomausstieg

Die neue französische Regierung hat das Ziel bekräftigt den dominierenden Anteil der Atomenergie bis 2025 auf 50 Prozent abzusenken und dazu bis zu 17 Atomreaktoren stillzulegen. Knapp die Hälfte aller EU-Atomreaktoren steht in Frankreich. In Deutschland geht Ende dieses Jahres Block B des Kernkraftwerks Gundremmingen vom Netz. Dann verbleiben noch sieben Reaktoren, darunter Brokdorf, wo es in diesem Jahr zu einer langen Produktionspause gekommen war. Trotz Atomausstiegsbeschluss ist Deutschland bislang vor Großbritannien und Schweden immer noch der zweitgrößte EU-Atomstromproduzent.

Stromerzeugung 2016

Finnland und Großbritannien halten an der Atomkraft fest

Trotz des Aufstiegs der Erneuerbaren Energien halten einzelne EU-Mitgliedstaaten an der Kernkraft fest, darunter Großbritannien und Finnland, wo geplante oder in Bau befindliche Neubauprojekte mit großen Schwierigkeiten und Verzögerungen behaftet sind. Die EU-Kommission hat hohe Subventionen der britischen Regierung für das Kernkraftwerk an der englischen Westküste genehmigt, das knapp 20 Milliarden britische Pfund (21,4 Milliarden Euro) kosten und in zehn Jahren erstmals Strom produzieren soll.

Atomausstieg weltweit

Der Atomausstieg findet im Übrigen auch außerhalb Europas immer mehr Anhänger. So hat Südkorea unter seiner neuen Regierung das Ende der Kernkraft beschlossen. Ähnlich wie Deutschland vor dem Atomausstieg sind in Südkorea bislang Kohle und Atomkraft die dominierenden Stromproduzenten. Auch Taiwan hat den Atomausstieg beschlossen. „Nur noch wenige große Staaten treiben aktiv den Ausbau der Kernkraft voran, während immer mehr Länder sich aktiv von der Risikotechnologie verabschieden“, bilanziert Boenigk.

Quelle: DPA