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Stromkosten und Hartz-IV: Satz um 22 Prozent zu niedrig angesetzt

Die Stromkosten sind in den letzten 15 Jahren um 61 Prozent gestiegen, berichtet Verivox. Im selben Zeitraum erhalten Hartz-IV-Empfänger demnach aber nur 27 Prozent mehr an Geld. Auch 2021 soll sich der Abstand noch einmal vergrößern.

Diana Schellhas, 31.08.2020, 09:54 Uhr (Quelle: DPA)
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Der Hartz-IV-Satz für das kommende Jahr enthält einer Berechnung des Vergleichsportals Verivox zufolge erneut zu wenig Geld für Stromkosten. Im Schnitt sei die Strompauschale um 22 Prozent zu niedrig angesetzt, Alleinlebenden fehlten damit im Schnitt 94 Euro pro Jahr, heißt es in der Analyse, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Stromkosten liegen über dem vorgesehenen Regelsatz

Zum neuen Jahr soll der Regelsatz für einen alleinstehenden Erwachsenen um mindestens 7 Euro auf 439 Euro pro Monat steigen - es dürfte noch eine Erhöhung geben, wenn die jährliche Lohn- und Preisentwicklung berücksichtigt wird. Von den 439 Euro seien 35,30 Euro zur Begleichung der Stromkosten vorgesehen, erklärte Verivox.

Die Stromkosten eines Ein-Personen-Haushalts mit einem Verbrauch von 1.500 Kilowattstunden beliefen sich im deutschen Schnitt aber auf 43,17 Euro im Monat.

Kostendifferenz ist bei Grundversorgungstarifen noch größer

Noch größer werde die Lücke, wenn Haushalte Strom aus der Grundversorgung bezögen statt eines günstigeren Tarifs, dann lägen die Kosten im Schnitt bei monatlich 48,75 Euro, und es fehlten im Jahr gut 161 Euro. Dabei gebe es regional aber große Unterschiede.

Verivox: Fehlender Betrag wird immer größer

Das Vergleichsportal kritisiert, dass der fehlende Betrag zur Deckung der Stromkosten wachse. Seit der Einführung von Hartz IV im Jahr 2005 sei der Regelsatz um rund 27 Prozent gestiegen, die Strompreise hätten sich im gleichen Zeitraum um durchschnittlich aber um 61 Prozent verteuert - in der Grundversorgung sogar um 78 Prozent.