Neue Regeln

Stromhandel mit Österreich: Deckelung soll Verbraucher entlasten

Für den Stromhandel mit Österreich gelten ab Oktober 2018 neue Regelungen. Dann wird die Menge an Ökostrom, welche derzeit noch sehr günstig an das Nachbarland verkauft wird, gedeckelt. Letztendlich soll das auch Ersparnisse für deutsche Stromkunden bringen.

17.05.2017, 11:48 Uhr (Quelle: DPA)
Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Bonn/ Wien - Deutschland und Österreich haben sich auf eine Begrenzung des Stromhandels zwischen beiden Ländern geeinigt. Das sogenannte Engpass-Management gilt ab Oktober 2018 und ermöglicht Kürzungen des Handelsvolumens, wenn die Stromnetze unter besonderem Druck stehen. Dennoch sei auch künftig beiderseitiger Stromhandel in großem Umfang möglich, betonte der Chef der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, am Montag. Die Lösung werde die deutschen Verbraucher um mehrere hundert Millionen Euro pro Jahr entlasten, erklärte der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Rainer Baake.

Verkauf von billigem Ökostrom aus Deutschland

Österreichische Versorger hatten in der Vergangenheit vielfach deutschen Strom gekauft, der durch die Energiewende oft im Überangebot vorliegt und im Großhandel entsprechend billig geworden ist. Nach Schätzungen von Fachleuten betragen die gehandelten Kapazitäten in der Spitze 8 Gigawatt, die Leitungen zwischen den Ländern sind aber nur auf etwa 4 Gigawatt ausgelegt.

Teure Ausweichrouten für grüne Energie

Die fehlende Transportkapazität erforderte dann teure Eingriffe in den europaweiten Stromfluss - etwa kostenpflichtiges Hochfahren von Ersatzkraftwerken in Österreich oder Ausweichrouten für deutschen Windstrom über Polen und Tschechien. Solche sogenannten Redispatch-Maßnahmen werden bisher vom deutschen Stromkunden mitbezahlt.