Jahresbericht

Stromautobahnen sollen bis 2025 fertig werden

Drei große Stromautobahnen sollen bis 2015 fertiggestellt werden und Windstrom von Nord nach Süd transportieren. Dafür muss ordentlich Tempo gemacht werden; die Verlegung der Erdkabel ist aufwändig und teuer.

Stromerzeugung© Siegfried Schnepf / Fotolia.com

Bonn – Die drei großen Stromautobahnen für den Transport von Windstrom nach Bayern und Baden-Württemberg sollen nach den Planungen der Bundesnetzagentur fristgerecht bis 2025 fertig werden. "Wir legen ein erhebliches Tempo vor. Bis 2025 sollten sie - wenn es irgend geht - stehen", sagte der Chef der Bonner Behörde, Jochen Homann, am Montag bei der Vorstellung seines Jahresberichts.

Projekte werden unter Beteiligung der Öffentlichkeit realisiert

Für die Projekte, die zentral für ein Gelingen der Energiewende sind, habe die Beteiligung der Öffentlichkeit begonnen. Die Konferenzen sollten bis zu den Sommerferien abgeschlossen sein. "Wir sind gut aus den Startlöchern gekommen", meinte Homann.

Konkret geht es um das Herzstück des deutschen Leitungsausbaus: die rund 700 Kilometer lange "Südlink"-Trasse von Brunsbüttel nach Großgartach bei Heilbronn und Grafenrheinfeld in Bayern sowie "Südostlink" von Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt zum Netzpunkt Isar nordöstlich von Landshut. Hinzu kommt eine mehr als 600 Kilometer lange Leitung im Westen, die Nordsee-Strom von Emden über Osterath in Nordrhein-Westfalen bis Philippsburg in Baden-Württemberg transportieren soll.

Erdkabel kosten mehr

Nach heftigen Diskussionen hatte die Bundesregierung beschlossen, die Leitungen vorrangig unter der Erde zu verlegen, was Milliarden an Mehrkosten bringt und auch für die Verzögerungen mit verantwortlich ist. Dafür zahlen die Verbraucher über die sogenannten Netzentgelte. "Der Anteil der Netzentgelte am Strompreis wird weiter steigen", sagte Homann voraus. Andererseits seien ohne ausreichend dimensionierte Stromnetze immer wieder teure Noteingriffe der Netzbetreiber nötig. Sie hätten 2015 insgesamt rund 1,1 Milliarden Euro gekostet, 2016 dank günstigen Wetters etwas weniger. Dort sei aber keine Trendwende erreicht.

Tausende Kilometer müssen noch verlegt werden

Von etwa 7.700 Kilometern vorrangig geplanten Stromleitungen in Deutschland sind laut Homann inzwischen etwa 850 Kilometer realisiert, die meisten davon aus einem bereits 2009 verabschiedeten früheren Leitungsausbaugesetz. Bis Ende 2017 rechnet die Netzagentur damit, rund 45 Prozent dieser vor acht Jahren geplanten Leitungen realisiert zu haben. Von dem neueren sogenannten Bundesbedarfsplangesetz zum Leitungsausbau mit 5.900 Kilometern Länge aus dem Jahr 2013 wurden inzwischen 450 Kilometer Leitungen genehmigt und knapp 150 Kilometer realisiert.

Quelle: DPA