Analyse

Stromanbieter wechseln: In Ostdeutschland winken größere Ersparnisse

Wo in Deutschland wird der Stromanbieter am häufigsten gewechselt und wo leben eher die Wechselmuffel? Wer spart bei Vertragsabschluss mit einem neuen Versorger am meisten Geld? Verivox hat hierzu eine aktuelle Analyse vorgelegt.

Diana Schellhas, 23.01.2020, 12:40 Uhr
PreisentwicklungRegional betrachtet müssen die Bewohner Hamburgs derzeit am meisten Geld an ihre Stromanbieter zahlen, zeigt die Analyse von Verivox.© Sean Gladwell / Fotolia.com

Obwohl Verbraucher in den neuen Bundesländern mit einem Wechsel des Stromanbieters überdurchschnittlich viel Geld sparen können, machen sie seltener von dieser Möglichkeit Gebrauch. Das zeigt eine Analyse des Vergleichsportals Verivox. Demnach treffen in den neuen Bundesländern zwei Faktoren aufeinander, wegen dener der Wechsel größere Ersparnisse bringt: Ein höheres Strompreisniveau und eine größere Wechselersparnis.

Bremer wechseln am seltensten den Stromanbieter

Die Bereitschaft zum Wechsel ist je Bundesland und Region unterschiedlich stark ausgeprägt. Die Experten verweisen hierbei auf den Strom-Wechselindex: Während in den alten Bundesländern 2019 leicht überdurchschnittlich häufig (102 Punkte) der Stromanbieter gewechselt wurde, lag die Wechselhäufigkeit in den neuen Bundesländern bei 90 Punkten – und damit 10 Prozent unter dem Durchschnitt.

Haushalte in Bremen wechselten demzufolge in den vergangenen 12 Monaten am seltensten, das Bundesland erreichte einen Indexwert von 63. Zwar gab es in Bremen die höchsten Preissteigerungen beim Strom, doch bleibt das Preisniveau und die Wechselersparnis hier am niedrigsten. Dementsprechend wechselmüde waren die Bremer. Es folgen Sachsen und Sachsen-Anhalt (jeweils 83) sowie Mecklenburg-Vorpommern (85).

Spitzenreiter sind die Rheinland-Pfälzer (126). In keinem anderen Bundesland wurde so häufig der Stromanbieter gewechselt. Auch in Niedersachsen (114), Brandenburg (109) und Hamburg (108) war die Wechselbereitschaft hoch.

Preisunterschiede innerhalb Deutschlands

Ostdeutsche Haushalte müssen für Strom noch immer tiefer in die Tasche greifen. Aktuell kosten 4.000 Kilowattstunden Strom in Westdeutschland im Jahr 1.198 Euro, während in Ostdeutschland 1.212 Euro fällig werden. Der Preisunterschied beträgt 1,2 Prozent oder 14 Euro.

Die regional höchsten Preise werden in Hamburg (1.268 Euro) fällig. Hoch sind die Kosten auch in Schleswig-Holstein (1.262 Euro), Baden-Württemberg (1.224 Euro), Thüringen (1.223 Euro), Brandenburg (1.221 Euro) und Berlin (1.214 Euro). Die niedrigsten Preise müssen Stromkunden in Bremen zahlen. Hier kostet die gleiche Menge Strom 1.116 Euro und damit 12 Prozent weniger als in Hamburg. Verhältnismäßig günstig ist Strom auch in Niedersachsen (1.160 Euro) und Bayern (1.186 Euro). Die Preisunterschiede beim Strom sind vor allem auf unterschiedlich hohe Netzentgelte zurückzuführen, die allein rund ein Viertel des Strompreises ausmachen, erklären die Experten von Verivox.

Wo sparen Stromkunden am meisten?

Wer noch nie den Stromanbieter gewechselt hat und das günstigste Angebot mit verbraucherfreundlichen Bedingungen wählt, spart im bundesweiten Schnitt 256 Euro bei einem Verbrauch von 4.000 kWh. Verbraucher im Osten sparen durchschnittlich 277 Euro, Verbraucher im Westen 253 Euro.

Am höchsten ist die Wechselersparnis mit 335 Euro in Berlin. Wer in Thüringen der Grundversorgung den Rücken kehrt, spart 329 Euro. In Bayern beträgt die Ersparnis 290 Euro, in Mecklenburg-Vorpommern 287 Euro und in Brandenburg 284 Euro. Am wenigsten sparen die Einwohner Bremens (150 Euro). Es folgen Niedersachen (186 Euro) und Nordrhein-Westfalen (230 Euro).

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