Umfrage

Strom erzeugen: Photovoltaik wird bei Nachbarn am meisten akzeptiert

Photovoiltaik ist für viele Hausbesitzer die passende Technologie, um Strom zu erzeugen. Einer Umfrage zufolge werden auch bei den Nachbarn Solaranlagen am ehesten akzeptiert. Generell hält demnach ein Großteil der Deutschen eine dezentrale Stromversorgung für sinnvoll.

Diana Schellhas, 22.05.2020, 12:45 Uhr
ÖkostromLaut Bundesnetzagentur wuchs der deutsche Markt für Photovoltaik-Kleinanlagen 2019 um 45 Prozent.© Franz Metelec / Fotolia.com

Erneuerbare Energien sind in aller Munde und immer mehr Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer in Deutschland entscheiden sich für eine dezentrale Energieversorgung. Das zeigt auch eine Studie, die im Auftrag des Stromspeicher-Spezialisten E3/DC durch den Bonner Markt- und Wirtschaftsforscher EUPD Research durchgeführt wurde. Knapp drei Viertel der Befragten halten eine dezentrale Stromversorgung, die Erzeugung und Verbrauch möglichst an einem Ort vereint, für sinnvoll und nachhaltig.

Dr. Martin Ammon, Geschäftsführer von EUPD Research, kommentiert: Die Ergebnisse zeigen eindeutig, dass die Bürgerinnen und Bürger verstanden haben, welche Technologien für eine nachhaltige Zukunft maßgeblich sind.

Umfrage: Solaranlagen finden die größte Akzeptanz

Aus der Studie geht hervor: Die Mehrheit der Befragten akzeptiert, dass Anlagen zur Stromerzeugung auch in ihrer Nachbarschaft gebaut werden. Jede zweite Person findet hierbei Photovoltaik-Aufdachanlagen in der eigenen Nachbarschaft vollkommen akzeptabel. Für Windräder in der Nachbarschaft kann sich hingegen nur ein Fünftel der Bürgerinnen und Bürger begeistern. Konventionelle Kraftwerke auf Erdgasbasis oder zur Müllverbrennung werden in der Nachbarschaft als nahezu nicht akzeptabel empfunden.

Mehrheit will Strom selbst verbrauchen

Im vergangenen Jahr 2019 wuchs der deutsche Markt für Photovoltaik-Kleinanlagen den Zahlen der Bundesnetzagentur zufolge um 45 Prozent, berichtet E3/DC. Die bislang für 2020 veröffentlichten Zubauzahlen für das erste Quartal zeigen demnach ein weiteres Wachstum an.

Den Strom der eigenen Photovoltaikanlage selbst zu nutzen, ist für knapp drei Viertel der Befragten in Deutschland wichtig. Dies habe einerseits ökonomische Gründe, da der verringerte Strombezug aus dem öffentlichen Netz eine Kostenersparnis darstelle. Andererseits ist es für den Solaranlagenbesitzer bedeutsam, den grünen Strom vom eigenen Hausdach in möglichst hohem Umfang in verschiedensten Einsatzfeldern zu verbrauchen. Das Heizen und die Warmwasserbereitung auf Strombasis, das Laden des Elektroautos sowie die Zwischenspeicherung des erzeugten Stroms zum nächtlichen Gebrauch seien hier anzuführen.