Olkiluoto

Störung in finnischem AKW – laut Experten keine Strahlung

In einem Atomkraft in Finnland kam es zu einem Zwischenfall. Block 2 im Kraftwerk Olkiluoto schaltete sich automatisch ab. Die Deutschen Behörden wurden über die Meldewege der Internationalen Atomenergiebehörde informiert.

Diana Schellhas, 11.12.2020, 15:25 Uhr (Quelle: DPA)
AtomkraftOlkiluoto ist eine Insel vor der Westküste Finnlands.© bluedesign / Fotolia.com

In einem finnischen Atomkraftwerk hat es einen schwerwiegenden Störfall gegeben. Dieser habe zu einer automatischen Schnellabschaltung im Block 2 des Kernkraftwerks Olkiluoto geführt, teilte die Strahlenschutzbehörde Säteilyturvakeskus (STUK) am Donnerstag mit. Die Störung sei möglicherweise von einem Fehler des Reaktorwasserreinigungssystems verursacht worden, hieß es am Abend von der Behörde. Die Situation sei stabil, die Anlage sicher.

Strahlenschutzexperten: keine Strahlung in der Umgebung

Dennoch stellten die Strahlenschutzexperten fest: "Das ist ein außergewöhnlicher Vorfall." Strahlung sei in die Umgebung aber nicht ausgetreten. Besondere Schutzmaßnahmen seien nicht notwendig, Jodtabletten müssten nicht eingenommen werden. Die Angestellten des Kraftwerks seien auch keiner Strahlung ausgesetzt gewesen. "Es besteht keine Gefahr für Mensch oder Umwelt." Ähnlich äußerte sich auch der Betreiber TVO.

Olkiluoto ist eine Insel vor der Westküste Finnlands. Sie liegt rund 250 Kilometer nordwestlich von Helsinki.

Keine Gefahr für Deutschland

Auch in Deutschland wurde man auf den Vorfall aufmerksam. Die Bundesregierung sei über die Meldewege der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) informiert worden, teilten das Bundesumweltministerium und das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in einer gemeinsamen Erklärung mit. Hinweise auf erhöhte Radioaktivität seien in der Bundesrepublik nicht festgestellt worden. "Es besteht keine Gefahr für die Bevölkerung in Deutschland."