Weichmacher

Stichprobe: Illegale Chemikalien in Lichterketten

Drei von vier Lichterketten enthalten einen zu hohen Anteil an giftigen Weichmachern, so das Ergebnis einer Stichprobe der Naturschutzorganisation Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland. Getestet wurde Weihnachtsbeleuchtung der Hersteller Hellum, Salcar GmbH, Konstsmide und Globo.

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Weihnachtszeit – Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland hat bei einer im Herbst 2019 durchgeführten Studie bei Lichterketten große Mengen an gesundheits- und umweltschädlichen Chemikalien festgestellt. Stichprobenartig wurden dabei vier Lichterketten oder -schläuche bei namhaften Online-Händlern erworben und von einem externen Labor auf bedenkliche Phthalate und Chlorparaffine getestet, die als Weichmacher für PVC zum Beispiel in Kabelummantelungen dienen.

In drei von vier Lichterketten konnten die Schadstoffe in erheblichen Konzentrationen von bis zu 27 Prozent nachgewiesen werden, erklärt die Organisation. Das sei umso alarmierender, da der Einsatz von Phthalaten und Chlorparaffinen in Elektrogeräten EU-weit verboten ist und fordert die Hersteller der belasteten Produkte, Hellum, Salcar GmbH und Globo auf, ihre Lichterketten umgehend vom Markt zunehmen.

Naturschutzorganisation: Weichmacher werden mit zahlreichen Krankheiten in Verbindung gebracht

Die vom Labor nachgewiesenen Phthalate DEHP und DBP gelten als besonders bedenklich für die Gesundheit, so die Organisation weiter. Alle vier Lichterketten im Test seien zwischen 0,16 und 27 Gewichtsprozent mit diesen Schadstoffen belastet gewesen. Gemäß der europäischen Richtlinie zur Beschränkung von gefährlichen Stoffen in Elektro- und Elektronikgeräten (RoHS) dürften Produkte mit Gehalten über 0,1 Gewichtsprozent europaweit nicht verkauft werden.

Die Weichmacher würden mit einer Vielzahl von Erkrankungen und Störungen würden mit diesen Substanzen in Verbindung gebracht: unter anderem Asthma, Brustkrebs, Fettleibigkeit, Diabetes sowie erniedrigte Intelligenzquotienten und das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADHS).

Darüber hinaus seien die Lichterketten auch auffällig mit gefährlichen Chlorparaffinen (SCCP) belastet. Auch hier verstießen drei Lichterketten mit Werten zwischen 0,24 und 2,4 Gewichtsprozent gegen geltendes Recht. Chlorparaffine seien sehr giftig für Wassertiere. Beim Menschen könnten Sie Nieren-, Leber- und Schilddrüsenschäden verursachen und möglicherweise Krebs erregen.

Diana Schellhas