Smart Meter

SH Netz beginnt mit dem Einbau smarter Messsysteme

Der Einbau intelligenter Messsysteme ist unter anderem für Stromkunden mit einem Verbrauch über 6.000 Kilowattstunden pro Jahr verpflichtend. Netzbetreiber Schleswig-Holstein Netz hat angekündigt, seine Kunden ab sofort mit den Geräten auszustatten.

Diana Schellhas, 17.02.2020, 17:13 Uhr
StromkostenSH Netz hat die für den Einbau vorgesehenen Messsysteme nach eigenen Angaben in Pilotprojekten getestet.© galaxy67/ fotolia.com

Der Stromnetzbetreiber Schleswig-Holstein Netz (SH Netz) wird nach eigenen Angaben ab sofort mit dem Einbau von intelligenten Messsystemen bei seinen Kunden in ganz Schleswig-Holstein beginnen. Bis 2032 sollen landesweit sukzessive rund 145.000 Kunden ein smartes Messsystem erhalten. Dazu zählen diejenigen Kunden, die einen Jahresverbrauch höher als 6.000 Kilowattstunden oder eine Einspeiseanlage mit mehr als sieben Kilowatt Leistung haben, sowie Kunden mit einer steuerbaren Verbrauchseinrichtung (nach §14a EnWG). Darunter fallen beispielsweise Wärmepumpen oder Speicherheizungen. Unter den genannten Bedingungen ist der Einbau gesetzlich vorgeschrieben.

BSI zertifiziert intelligente Messsysteme: Rollout kann beginnen

Intelligente Messsysteme (iMSys) bestehen aus einem neuen digitalen Stromzähler und einem Kommunikationsmodul, dem Smart Meter Gateway. Sie erfassen viertelstündlich den Energieverbrauch der Kunden und übermitteln diesen.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat erst kürzlich drei voneinander unabhängige Hersteller von Smart Meter Gateways zertifiziert. Damit kann der Einbau intelligenter Messsysteme starten. Mit dieser sogenannten Markterklärung sind die letzten durch das Messstellenbetriebsgesetz geforderten Weichen gestellt.

SH Netz: Messsysteme wurden getestet

Das intelligente Messsystem (iMSys) erfüllt die strengen Datenschutz- und Sicherheitskriterien des Messstellenbetriebsgesetzes (MsbG) sowie den Anforderungen des BSI, erläutert SH Netz. Zum Schutz vor Hacker-Angriffen könnten Verbindungen zwischen Empfänger und Kommunikationsmodul beispielsweise nur von innen nach außen und nicht umgekehrt aufgebaut werden. Außerdem verfügten die intelligenten Messsysteme über integrierte Firewalls. Im Kundenportal des Netzbetreibers würden die Werte zum Energieverbrauch visualisiert, so dass Einsparpotenziale erkennbar werden sollen. Für Kunden entfielen dann die Ablesung und Meldung des Zählerstandes.

In Pilotprojekten auf der Insel Fehmarn sowie in Hohenlockstedt habe SH Netz bereits den Einsatz intelligenter Messsysteme getestet. Hierbei seien beispielsweise die Logistik, die Zählermontage sowie die IT-Anwendungen unter realen Bedingungen erprobt worden, um auf die jetzt anstehende Markteinführung vorbereitet zu sein.

Zählerwechsel wird im Voraus angekündigt

Der Netzbetreiber kündigt an, den Zählerwechsel bei den Kunden gemäß der gesetzlichen Frist von drei Monaten schriftlich vorab anzumelden. Etwa zwei Wochen vor dem eigentlichen Wechsel sollen die Kunden kontaktiert und ein individueller Termin für den Zählertausch vereinbart werden. Der Zählerwechsel sei für die Kunden kostenlos. Das gesetzlich geregelte Entgelt für den Zähler und den Messstellenbetrieb würden in der Regel über den Stromanbieter verrechnet. Sollte ein Stromanbieter dies jedoch nicht mehr vorsehen, erhielten die Kunden eine separate Rechnung.