Bergbau

RWE setzt weiterhin auf Braunkohle

RWE will zwar mehrere Braunkohleblöcke schließen, grundsätzlich aber hält der Konzern weiter an der Kohle fest. Die Tagebaue Hambach und Garzweiler beispielsweise sollen noch bis etwa Mitte des Jahrhunderts weiterlaufen.

KohlebergwerkRWE plant die schrittweise Schließung von fünf Braunkohleblöcken.© psychoschlumpf / Fotolia.com

Essen - Deutschlands größter Braunkohlekonzern RWE hält trotz der verschärften Klimaschutzdebatte und der Verkleinerung des Abbaugebietes im Rheinischen Revier grundsätzlich an der Braunkohle fest. Die Energieform werde weiter gebraucht, sagte ein RWE-Sprecher. Angesichts des schnellen Kernenergie-Ausstieges werde es in Deutschland "kapazitiv eng" bei der Stromversorgung. RWE erwartet Verknappungen am Strommarkt nach 2021 durch die Abschaltung weiterer Atomkraftwerke und Stilllegungen konventioneller Kraftwerke.

Tagebaue Hambach und Garzweiler laufen bis etwa 2050 weiter

Die Tagebaue Hambach und Garzweiler würden "bis etwa Mitte des Jahrhunderts" ihre Kohle bereitstellen. Das habe die rot-grüne NRW-Landesregierung mit ihrer Leitentscheidung 2016 genauso bestätigt wie die neue schwarz-gelbe Landesregierung in ihrem Koalitionsvertrag, erklärte das Unternehmen. Die als besonders klimaschädlich kritisierte Braunkohle deckt rund ein Viertel des deutschen Strombedarfs, in NRW sogar rund 40 Prozent.

Fünf Kohleblöcke im Rheinischen Revier werden abgeschaltet

In der Klimadebatte verweist RWE auf die schrittweise Abschaltung von fünf Kraftwerksblöcken im Rheinischen Revier, die Anfang Oktober mit zwei 300-Megawatt-Braunkohleblöcken in Grevenbroich-Frimmersdorf bereits begonnen hat. Durch die Überführung von Kraftwerksblöcken in eine Sicherheitsbereitschaft sinke der CO2-Ausstoß bis 2020 um etwa 15 Prozent. Bis 2030 rechnet RWE unter anderem durch die Schließung des Tagesbaus Inden sogar mit 40 bis 50 Prozent weniger CO2.

RWE wird für Kraftwerksschließung entschädigt

Kritiker verweisen allerdings darauf, dass RWE für die Abschaltung der alten Kraftwerksblöcke aus den 1960-er und 1970-er Jahren hohe Entschädigungen kassiert. Insgesamt fließen an die Braunkohlekonzerne in Deutschland rund 1,6 Milliarden Euro. Bezahlen müssen das die Stromkunden über höhere Netzentgelte.

Quelle: DPA