Solar Cluster

PV-Anlagen lohnen sich auch 2021 – Speicher nicht unbedingt

Die Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen wurde 2021 herabgeschraubt und trotzdem lohnt sich der Kauf auch in diesem Jahr, erklären die Experten vom Solar Cluster Baden-Württemberg. Bei der Anschaffung eines Solarspeichers treffe das aber nicht unbedingt zu.

Diana Schellhas, 01.02.2021, 12:40 Uhr
Photovoltaik VergleichTrotz geringerer Einspeisevergütung für den Strom aus PV-Anlagen können die Investitionen nach 15 Jahren abbezahlt sein, so die Experten vom Solar Cluster Baden-Württemberg.© Sébastien SALORT / Fotolai.com

Wer sich im Jahr 2021 eine neue Photovoltaikanlage auf das Dach installieren lässt, erhält auch künftig eine gute Rendite. Darauf weist das Solar Cluster Baden-Württemberg hin. Dabei gelte: Je höher der Anteil des selbst verbrauchten Stroms, desto höher der Gesamtgewinn. Ihn mit Batterien zu erhöhen, lohne sich aber noch nicht.

Einspeisevergütung sinkt 2021

Die Experten fassen Kosten und Ersparnisse zusammen: Photovoltaikanlagen erhalten 20 Jahre lang eine gleich hohe Einspeisevergütung für jede eingespeiste Kilowattstunde Solarstrom, je nachdem, in welchem Monat die Anlage angemeldet wurde. In den ersten Monaten des Jahres 2021 liege die Einspeisevergütung bei nur noch rund acht Cent pro Kilowattstunde für kleinere Anlagen bis zehn Kilowatt installierter Leistung. Größere Anlagen bis 40 Kilowatt installierter Leistung erhielten sogar 0,2 Cent weniger. Damit sei ein kostendeckender Betrieb mit Volleinspeisung nur schwer möglich.

Experten: Darum lohnt sich die Photovoltaikanlage trotzdem

Allerdings seien die Kosten für Photovoltaikanlagen in den letzten zehn Jahren um rund die Hälfte gesunken, bei Anlagen bis zehn Kilowatt installierter Leistung hätten sich die Nettopreise für Komplettanlagen auf durchschnittlich 1.200 Euro pro Kilowatt Leistung reduziert. Hinzu kämen Einnahmen in Form von geringeren Stromkosten. Je nach Anlagengröße könne man ohne Aufwand durchschnittlich rund 25 Prozent des Solarstroms vom Dach über Beleuchtung und elektrische Geräte im Haushalt selbst verbrauchen. Die Kosteneinsparung betrage aktuell rund 16 Cent netto pro Kilowattstunde. Mit Solarstrom aus der eigenen Anlage versorge man sich also deutlich günstiger. Der Eigenverbrauch sei aktuell der Renditetreiber bei einer Photovoltaikanlage. So könne eine Rendite von rund fünf Prozent pro Jahr erzielt werden.

„Die Investition ist nach rund 15 Jahren über die Einspeisevergütung und den geringeren Bezug von Strom aus dem Netz abbezahlt“, sagt Franz Pöter, der Geschäftsführer des Solar Clusters. Danach liefere die Anlage mindestens für zehn bis 15 Jahre günstigen Strom.

Gute Nachrichten für Betreiber größerer Anlagen

Die am 1. Januar in Kraft getretene Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) halte außerdem eine gute Nachricht für Hauseigentümer bereit, die sich eine etwas größere Anlage auf das Dach montieren lassen wollen. Bislang hätten die Eigentümer ab zehn Kilowatt installierter Leistung 40 Prozent der EEG-Umlage zahlen müssen, wenn sie ihren Strom selbst verbrauchten. Seit diesem Jahr liege die Grenze erst bei 30 Kilowatt.

Solar Cluster: Batteriespeicher noch nicht wirtschaftlich

Ob eine größere oder kleinere Photovoltaikanlage: Wichtig für die Wirtschaftlichkeit ist vor allem der Eigenverbrauch, erklären die Experten weiter. Je höher er sei, desto mehr sparten die Betreiber. Mit einem Batteriespeicher ließe sich der Eigenverbrauch sogar von rund 30 auf bis zu 60 Prozent erhöhen. Allerdings seien die Anschaffungskosten bislang jedoch deutlich höher als die Kosteneinsparung durch die Speicherung. Neue Zahlen zeigten, dass die Preise weiterhin sänken, sie aber noch zu hoch für einen wirtschaftlichen Betrieb seien.

Von 2018 auf 2019 seien die durchschnittlichen Kosten um knapp zehn Prozent gesunken. Im Schnitt müssten Anlageneigentümer rund 1.100 Euro pro Kilowattstunde Speicherinhalt ausgeben (Quelle: Institut für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe an der RWTH Aachen). Inzwischen gäbe es bereits Systeme, die inklusive Leistungselektronik und Mehrwertsteuer unter 800 Euro pro Kilowattstunde Speicherinhalt kosten. Unterhalb dieser Schallgrenze seien die Powerpakete wirtschaftlich – vorausgesetzt, die Lebensdauer der Speicher betrage 20 Jahre. Hielten die Geräte, wie garantiert, nur zehn Jahre, rechneten sich die Speicher nicht. Anders könne es bei Solarstromspeichern aussehen, die noch zusätzliche Aufgaben für den Betrieb des öffentlichen Stromnetzes übernähmen, in Baden-Württemberg etwa gäbe es hierzu ein gesondertes Förderprogramm.