Photovoltaik

Prognose: Zahl privater PV-Anlagen klettert auf neuen Rekord

PV-Kleinanlagen finden sich auf immer mehr Dächern in Deutschland. Im ersten Halbjahr 2020 wurde beim Zubau ein Rekordwert erzielt und die Markforscher von EUPD Research gehen auch in den nächsten Monaten von neuen Höchstwerten aus. Weitere Trends sind demnach die Anschaffung von E-Autos und Wärmepumpen.

Diana Schellhas, 17.08.2020, 10:40 Uhr
SolaranlageLaut Umfrage wollen immer mehr Besitzer einer PV-Kleinanlage möglichst viel Strom selbst verbrauchen.© pf30 / Fotolia.com

Analog zur Gesamtmarktentwicklung ist seit 2015 ein stetiges Wachstum der Neuinstallationen an Photovoltaik (PV)-Kleinanlagen bis zehn Kilowattpeak (kWp) im deutschen Markt zu erkennen. Nach Rekordwerten im ersten Halbjahr 2020 wird einer aktuellen Analyse von EUPD Research zufolge auch in der zweiten Jahreshälfte ein weiteres Marktwachstum prognostiziert.

Insgesamt erwarten die Bonner Markt- und Wirtschaftsforscher für das Gesamtjahr 2020 mit 108.000 PV-Kleinanlagen unter zehn kWp eine installierte Leistung von 801 Megawattpeak (MWp). Die Neuinstallationen für dieses Anlagensegment dürften demnach damit das bisherige Rekordjahr 2011 mit 760 MWp klar übertreffen.

Analyse: PV-Anlagen werden größer

Die Detailanalyse der Installationszahlen des ersten Halbjahres zeigt im Jahresvergleich ein überdurchschnittlich starkes Wachstum der Kleinanlagen zwischen sieben und zehn kWp um 153 Prozent, so die Forscher weiter. Dies bestätigte den langfristigen Trend im Kleinanlagensegment zu immer größeren Solaranlagen. Während im Gesamtjahr 2019 die Durchschnittsgröße der PV-Anlagen unter zehn kWp noch bei 7,35 kWp lag, sind die Anlagen 2020 in den ersten sechs Monaten bereits 7,48 kWp groß.

Besitzer von PV-Anlagen wollen Eigenverbrauch steigern

Bereits im zehnten Jahr befragt EUPD Research mit dem EndkundenMonitor Besitzer und Planer von PV-Anlagen. Im Kontext sinkender Einspeisevergütungen und steigender Stromkosten sei ein zentrales Ergebnis dieser Untersuchungsreihe die stark gewachsene Bedeutung des Eigenverbrauches an Solarstrom. Entsprechend zeige die aktuelle Analyse, dass Besitzer neuerer Anlagen gezielte Maßnahmen ergreifen, um den Eigenverbrauch des selbst erzeugten Solarstroms zu steigern.

Dies zeige die hohe Relevanz des Photovoltaikausbaus für die Verkehrs- und Wärmewende in privaten Haushalten durch einen hohen Eigenverbrauch des selbst erzeugten Solarstroms. Mit 82 Prozent passe die Mehrheit der Neuanlagenbesitzer 2020 die Nutzung von Haushaltsgeräten der Verfügbarkeit des Solarstroms an. Während dies zumeist keine größeren Investitionen bedinge, setzten 41 Prozent auf den Betrieb eines Batteriespeichers, um den solaren Eigenverbrauch zu erhöhen.

Umfrage: E-Autos und Wärmepumpen im Trend

Mehr als ein Viertel der Käufer einer PV-Anlage im Jahr 2020 haben oder beabsichtigen laut Umfrage die Anschaffung eines Elektroautos. Der zusätzliche Stromverbrauch des E-Autos von 2.500 bis 4.000 kWh ließe so den Eigenverbrauch stark wachsen und zahle sich gleichzeitig im Geldbeutel aus. Dem aktuellen Strompreis für private Haushalte von gut 31 Eurocent je Kilowattstunde stünden hier Stromgestehungskosten einer neuen Solaranlage von unter zehn Eurocent gegenüber. Smart Home Applikationen befänden sich für gut ein Fünftel der PV-Anlagenbesitzer 2020 gleichermaßen im Fokus zur Eigenverbrauchsmaximierung, wie auch die Anschaffung einer Wärmepumpe zum strombasierten Heizen.