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Prognos-Studie: Energiewende-Ziele werden nicht erreicht

Das Prognos-Institut hat erneut den Erfolg der Energiewende untersucht. Die CO2-Emmisionen gehen demnach seit 2014 nicht mehr zurück. Studienautorin Almut Kirchner zufolge wird keines der Effizienzziele erreicht werden.

Energiewende© jonasginter / Fotolia.com

München - Die Bundesregierung hat bei der Energiewende nach einer neuen Studie des Prognos-Instituts ihre wesentlichen Ziele bislang weit verfehlt. Ungeachtet von Zuschüssen in dreistelliger Milliardenhöhe für den Ausbau der erneuerbaren Energien sind demnach die Emissionen des klimaschädlichen Kohlendioxids nicht wie geplant kontinuierlich gesunken, sondern stagnieren seit 2014. Prognos wertet für das alljährliche Energiewendemonitoring die offiziellen Daten des Bundes aus.

Studienautorin: Instrumente passen nicht zu den Zielen

"Wir schaffen eigentlich alle Effizienzziele nicht", sagte Studienautorin Almut Kirchner. "Also passt das Instrumentarium nicht zum Zielsystem." Mit "Instrumentarium" sind hauptsächlich die über die Ökostrom-Zulage finanzierten Subventionen für den Ausbau der erneuerbaren Energien gemeint. Die EEG-Umlage beläuft sich laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft in diesem Jahr auf 24,2 Milliarden Euro. Auftraggeber der Studie war die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw). Deren Präsident Alfred Gaffal nannte die Energiewende angesichts der hohen Kosten "im Grunde ein Desaster".

Energiekonsum steigt entgegen der Erwartungen wieder an

Laut Studie sind auch der Verbrauch von Strom und Primärenergie - das sind alle natürlich vorkommenden Energiearten wie Öl und Gas oder Wind und Sonne - seit 2015 wieder gestiegen. Nach dem Energiekonzept des Bundes vom Anfang dieses Jahrzehnts hätte der Energiekonsum eigentlich sinken sollen. Dagegen hätte die Energieproduktivität - das ist das Verhältnis von Bruttoinlandsprodukt und Energieverbrauch - eigentlich steigen sollen, ist jedoch tatsächlich gesunken.

Einschätzung: Stromversorgung ist auch ohne Atomkraftwerke sicher

Anders als zu Beginn der Energiewende 2011 vielfach befürchtet, drohen nach Prognos-Einschätzung wegen der Abschaltung der Atomkraftwerke jedoch keine Engpässe in der Stromversorgung - auch nicht in Bayern und Baden-Württemberg. Es gebe ausreichend gesicherte Kraftwerksleistung, sagte Kirchner. Vbw-Präsident Gaffal forderte eine gemeinsame europäische Energiepolitik anstelle stetig verschärfter deutscher Klimaschutzziele, die am Ende ohnehin nicht erreicht würden.

Quelle: DPA