Wirtschaftlichkeit

Preise für Solarstromspeicher sinken - Wann lohnt sich der Kauf?

Solarstromspeicher sind erheblich günstiger als noch fünf Jahren, berichtet das Solar Cluster Baden-Württemberg. Für private Haushalte ist die Anschaffung aber oft noch nicht wirtschaftlich. Wichtig ist dabei, wie lange die Speicher halten.

Solaranlage© pf30 / Fotolia.com

Stuttgart - Auch 2019 profitieren Hauseigentümer von geringeren Preisen bei Solarstromspeichern. Im vergangenen Jahr sind die Kosten durchschnittlich um rund zehn Prozent gesunken. Darauf weist das Solar Cluster Baden-Württemberg hin. Demnach müssen Kunden im Schnitt noch 1.200 Euro pro Kilowattstunde Speicherinhalt ausgeben. Unter rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten lohne sich die Anschaffung für private Haushalte aber erst bei 800 Euro pro Kilowattstunde.

Wann lohnt sich ein Solarstromspeicher?

Lagen die Preise 2013 im Durchschnitt noch bei über 2.500 Euro pro Kilowattstunde Speicherinhalt, sind es jetzt nur noch rund die Hälfte, berichtet das Solar Cluster weiter. Doch der Preisunterschied der einzelnen Anlagen sei enorm: 75 Prozent der Anlagen kosteten zwischen 1.800 und 800 Euro pro Kilowattstunde Speicherinhalt.

Unterhalb einer Schallgrenze von 800 Euro sind die Powerpakete wirtschaftlich – vorausgesetzt, die Lebensdauer der Speicher beträgt 20 Jahre, so die Experten von Solar Cluster. Halten die Geräte wie garantiert nur zehn Jahre, rechneten sich die Speicher nicht. Die Experten gehen davon aus, dass die Preise in den kommenden Jahren weiter abnehmen werden

Hintergrund: Wirtschaftlichkeit des Speichers berechnen

Ob ein Speicher wirtschaftlich ist, hänge davon ab, wie oft der Eigentümer die Speicherkapazität nutzen kann. "Gut ausgelegte Systeme kommen auf 200 bis 250 vollständige Be- und Entladungen im Jahr", erklärt Franz Pöter vom Solar Cluster. "Der selbst genutzte Solarstrom ergibt sich aus dem Speicherinhalt in Kilowattstunden multipliziert mit den Ladezyklen und der Lebensdauer in Jahren." Ersetze der Solarstrom aus dem Speicher den Bezug von Netzstrom, so ergäbe sich ein "Verdienst" von etwa 14 Cent je Kilowattstunde (netto). Bei einer Lebensdauer von zehn Jahren und 250 Zyklen im Jahr würden pro Kilowattstunde Energieinhalt 2.500 mal 14 Cent pro Kilowattstunde und damit 350 Euro Stromkosten gespart. Halte der Speicher 20 Jahre, erhöhe sich die Wirtschaftlichkeitsgrenze auf rund 800 Euro pro Kilowattstunde Energieinhalt.

Diana Schellhas