Atomkraftwerk Temelin

Panne mit radioaktivem Wasser in tschechischem AKW

Im AKW Temelin ist radioaktives Wasser nicht wie vorgesehen in einen Sammelbehälter, sondern von Mitarbeitern über ein Kanalnetz in ein Auffangbecken geleitet worden. Laut Kraftwerkssprecher Marek Svitak besteht keine Gefahr für die Umwelt.

Diana Schellhas, 10.09.2018, 16:53 Uhr (Quelle: DPA)
Atomenergie© doncarlo / Fotolia.com

Temelin - Im umstrittenen tschechischen Atomkraftwerk Temelin ist es bei Reinigungsarbeiten zu einem Zwischenfall gekommen. Statt in einen Sammelbehälter hätten Arbeiter am vorigen Freitag schwach radioaktives Wasser in ein Kanalnetz geleitet, teilte AKW-Sprecher Marek Svitak am Montag mit. Die Flüssigkeit mit einem Volumen von 12 Kubikmetern sei in einem Auffangbecken der internen Kläranlage gelandet. Mitarbeiter hätten dort einen erhöhten Zufluss festgestellt.

AKW-Sprecher: Niemand war irgendwie in Gefahr

Nach Darstellung des Betreibers gibt es keinen Grund für Befürchtungen. Man sei auf solche Fälle vorbereitet. "Niemand war irgendwie in Gefahr, und es gibt absolut keine Auswirkungen auf die Umwelt", sagte Svitak. Die österreichischen Behörden würden aufgrund des sogenannten Melker Abkommens zum Informationsaustausch von 2011 über den Vorfall benachrichtigt.

"Es sollte nicht passieren, aber andererseits sind wir in einem Betrieb, wo das geschehen kann, und deshalb gibt es dort verschiedene spezialisierte Kanalisationssysteme", sagte die Leiterin der tschechische Atomaufsichtsbehörde SUJB, Dana Drabova, der Agentur CTK. Es gebe nicht einmal den Anschein, dass für irgendjemanden eine Gefahr bestanden haben könnte.

AKW Temelin steht seit Jahren in der Kritik

Umweltschützer kritisierten das AKW in Temelin, das rund 60 Kilometer von der Grenze zu Bayern entfernt liegt, seit Jahren als störanfällig und gefährlich. Besonders stört sie die Kombination aus US-amerikanischer Leit- und russischer Reaktortechnik. Die beiden Reaktorblöcke in Temelin decken rund ein Fünftel des tschechischen Stromverbrauchs.