Strommix

Ökostrom-Anteil ist beim Stromverbrauch gesunken

Der Anteil an Ökostrom, den die Deutschen im ersten Halbjahr 2021 verbraucht haben, ist verglichen mit dem Vorjahreszeitraum gesunken, berichten der BDEW und das ZSW. Die Stromerzeugung in Windanlagen ging demnach um 20 Prozent zurück.

Diana Schellhas, 28.06.2021, 14:47 Uhr (Quelle: DPA)
NachhaltigkeitIm ersten Halbjahr 2020 lag der Anteil an Ökostrom beim Stromverbrauch bei rund 50 Prozent, berichten die Experten.© VRD / Fotolia.com

Ökostrom aus Wind, Sonne und anderen erneuerbaren Energiequellen hat im ersten Halbjahr nach Branchenangaben 43 Prozent des Bruttostromverbrauchs in Deutschland gedeckt - und damit weniger als im Vorjahreszeitraum. Insbesondere das erste Quartal sei ungewöhnlich windstill und arm an Sonnenstunden gewesen.

Deutlich weniger Windenergie

Die Erzeugung aus Windenergie an Land und auf See ging um rund 20 Prozent zurück, wie vorläufige Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zeigen.

Im Vorjahreszeitraum lag den Angaben zufolge der Anteil der Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch bei rund 50 Prozent. Im ersten Halbjahr 2020 habe es Rekorde bei der Stromerzeugung aus Solarenergie und Windenergie an Land gegeben.

Experten: Ausbauziele beim Ökostrom müssen deutlich angehoben werden

Der Ausbau erneuerbarer Energien gilt als entscheidend, damit die von der Politik beschlossenen höheren Klimaziele erreicht werden können. Das Tempo müsse deutlich angezogen werden, forderte Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. "Für das höhere CO2-Einsparziel ist ein Anteil von mindestens 70 Prozent Erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung bis 2030 erforderlich." Das bisherige Ziel der Bundesregierung ist ein Anteil von 65 Prozent. Die Weichen müssten nun zeitnah gestellt werden, so Frithjof Staiß, geschäftsführender Vorstand des ZSW. Er verwies auf Planungsprozesse und Investitionsentscheidungen.