Energiewirtschaft

Neustart bei Uniper und Fortum – Chefs müssen gehen

Uniper und Fortum: Die Übernahme durch die Finnen ging nicht ohne Widerstand über die Bühne. Jetzt wollen die Firmen gemeinsame Sache machen. Wie das aussehen wird, ist noch unklar. Fest steht aber, dass der Finanz- und der Vorstandschef ausgewechselt werden.

Uniper© Uniper SE

Düsseldorf - Der Energieversorger Uniper und sein finnischer Großaktionär Fortum wollen sich zusammenraufen. "Mit Fortums Aufsichtsratsvorsitzendem Matti Lievonen und CEO Pekka Lundmark bin ich mir einig, dass es ein 'weiter so' nicht geben kann", wurde Uniper-Aufsichtsratschef Bernhard Reutersberg in einer Mitteilung des Unternehmens vom späten Dienstagabend zitiert. Erstes Ergebnis dieser Erkenntnis: Uniper-Chef Klaus Schäfer und Finanzvorstand Christopher Delbrück verlassen den Düsseldorfer Konzern zum 31. August 2019.

Genaue Zusammenarbeit von Uniper und Fortum ist noch unklar

Uniper und Fortum wollen "auf strategischer und operativer Ebene" ermitteln, "in welchen Bereichen und wie eine Zusammenarbeit beider Unternehmen Mehrwert schafft und hierüber eine Verständigung zu erzielen", hieß es in der Mitteilung weiter. Hierzu wird den Angaben zufolge eine Arbeitsgruppe gebildet. Erste konkrete Vorschläge sollen baldmöglichst entwickelt werden.

Fortum besitzt 47 Prozent der Uniper-Anteile

Fortum hatte im Sommer 2018 die Übernahme des Uniper-Anteils von Eon abgeschlossen und hält nun etwas mehr als 47 Prozent an den Düsseldorfern. Zumindest zu Beginn war der Verkauf auf Widerstand im Uniper-Management gestoßen.

Die Finnen stecken bei den Deutschen in der Zwickmühle. So kann der Konzern seinen Anteil an dem Energiekonzern nicht groß ausbauen. Würden die Finnen die Hürde von 50 Prozent überspringen - etwa beim Kauf von Anteilen über die Börse - würden sie Auflagen aus Russland reißen, die das Überschreiten dieser Schwelle untersagen. Der Konzern hatte daher erklärt, sich mit dem Anteil zufrieden zu geben und allenfalls Richtung 50 Prozent aufzustocken.

Hintergrund: Strukturwandel bei Eon im Zuge der Energiewende

Uniper ist erst seit wenigen Jahren an der Börse. Eon hatte im Zuge der Energiewende in Deutschland sein Kraftwerksgeschäft mit Ausnahme der Atomkraftwerke unter diesem Namen ausgegliedert und an die Börse gebracht, um sich auf Netze, Vertrieb und erneuerbare Energien zu konzentrieren. Kritiker bezeichneten Uniper damals als "Resterampe". Eon musste im Zusammenhang mit der Ausgliederung Milliarden auf den Kraftwerkspark von Uniper abschreiben.

Quelle: DPA